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Bleib beibringen – Das solltest du wissen!

Wie bringe ich meinem Hund eigentlich bei, zu bleiben? In manchen Alltagssituationen ist es nötig, dass dein Hund im Sitz, Platz oder auch Steh bleibt und seine Position hält. So können beispielsweise Untersuchungen beim Tierarzt besser durchgeführt werden oder eine einfache Unterhaltung auf der Straße geführt werden, ohne, dass dein Hund an der Leine zieht, einfach seine eigenen Wege geht o.Ä.

Bleib als Kommando oder als Voraussetzung?

Das Kommando “Bleib”, wird immer noch gerne einem “Sitz” oder “Platz” hinterhergeworfen, was daran liegt, dass viele Hundehalter ihre Kommandos gar nicht auflösen. Dein Hund entscheidet dann, wann er die „Sitz“ oder „Platz“ Position verlässt. Somit hast du kein gesichertes und generalisiertes Verhalten und die Kommandos Sitz und Platz sind für deinen Hund sehr schwache Signale, die er willkürlich nicht mehr ausführen muss, sobald ihm der Sinn danach steht. Tatsächlich, sorgt ein schwaches Signal für eine schlechtere Kommunikation zwischen dir und deinem Hund. Dein Hund wird es nicht verstehen, dass du ihn plötzlich korrigierst, weil er aufgestanden ist, weil er in so vielen Situationen immer selber entscheiden konnte, wann er aufsteht. Das sorgt für Stress und Unsicherheit bei deinem Hund – deine Rolle als verlässlicher Bindungspartner verschlechtert sich!

Werden die Signale jedoch konsequent eingefordert, auch unter Ablenkung trainiert und anschließen mit einem Signal aufgelöst, nimmt es deinem Hund den Stress selbst zu entscheiden, wann er seine Position verlässt. Zudem lernt dein Hund, dass er sich auf dein Wort verlassen kann und alles gut ist, solange er seine Position hält. Das sorgt für Entspannung und eine gute Mensch-Hund-Bindung.

Wann sollte ich ein Kommando nennen und wann auflösen?

Es ist wichtig, dass du im Alltag bewusst mit Kommandos und Signalen umgehst.

Überlege dir vorher: “Ist es gerade wichtig, dass mein Hund Platz macht? Oder ist es mir egal, ob er neben mir sitzt, liegt oder steht? Habe ich den Willen und ein Mittel, das Verhalten einzufordern, wenn mein Hund es nicht zeigt?”

Um dir den Umgang mit Kommandos zu erleichtern, haben wir folgende Tipps für dich:

  • Im Zusammenleben mit deinem Hund, gibt es einen Anteil von ca. 5-10 %, wo es Sinn ergibt ein Kommando zu nennen z.B. beim Tierarzt, im Straßenverkehr, in Konfliktsituationen und im Training.
  • Der Hundesport ist ein anderer Bereich, der durch die Durchführung von Kommandos geprägt ist. Achte hier auf einen Ausgleich nach dem Training!
  • Dein Hund ist kein konditionierter Roboter und du kannst auch ohne Kommandos mit ihm kommunizieren. Nutze die gesamte Bandbreite seiner sozialen Fähigkeiten.
  • Hast du ein Kommando genannt, welches dir plötzlich nicht mehr wichtig erscheint oder du glaubst, dass dein Hund seine Position gleich eh verlässt, dann löse es vorher durch ein Auflösesignal wieder auf.

Möchtest du deine Kommandos weiter festigen und lernen, wie du ein Kommando richtig auflöst? Dann lade dir unsere App herunter und starte noch heute mit dem Training 🐶.

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An der Leine laufen – 3 einfache Tipps, wie dein Hund aufhört an der Leine zu ziehen.

Die Leinenführigkeit ist eines der Dinge, mit denen die meisten Mensch-Hund-Teams Probleme haben. Oft wird das Thema, dann irgendwann verworfen, der Hund an die Flexi-Leine genommen und so weitestgehend der Problematik aus dem Weg gegangen, solange man nicht gerade mit seinem Hund an kurzer Leine gehen muss. Das Problem ist nur, so wird dein Spaziergang niemals harmonisch werden und bedeutet für dich und deinen Hund Stress!

Wir zeigen dir heute 3 einfache Tipps, mit denen du sofort deine Leinenführigkeit verbessern kannst und das ohne ein Kommando, wie “Bei Fuß” zu etablieren. Mit diesen Tipps helfen wir dir dabei, selber die Leinenführigkeit zu lernen:

Fokus nach vorne nicht auf dem Hund!

Oft bekommen wir es gar nicht mit, dass wir unseren Fokus während des Spaziergangs auf unseren Hund lenken. Dieser Vorgang passiert überwiegend schleichend, wenn dein Hund noch sehr jung ist. Läuft ein Welpe dir zumeist noch hinterher, entwickelt er mit der Zeit jedoch den kleinen Entdecker in sich und mag die Welt auf eigene Faust erkunden. Den ersten leichten Zug an der Leine, bekommen wir meist gar nicht mit, da wir so fasziniert von unserem süßen kleinen Welpen sind, der gerade einem Schmetterling hinterher springt.

Passiert ist passiert!

Wichtig ist, dass du nun den Fokus wieder weg von deinem Hund und hin auf dein Ziel richtest. Gebe einem Leinenzug deines Hundes nicht nach, sondern bleibe auf deinem Weg und gehe ihn weiter. Das bedeutet auch, dass du auf dem Spaziergang vorausschauend handeln solltest.

Orientierung am Menschen üben

Damit dein Hund jetzt natürlich nicht von dir von A nach B gezogen wird, sondern lernt sich an dir zu orientieren, ist es sinnvoll über Führmethoden zu sprechen und diese immer wieder zu trainieren.

In unserer App stellen wir dir 3 Führmethoden vor, wie du mit deinem Hund mehr die Orientierung am Menschen trainieren kannst.

Eine Möglichkeit ist z.B. durch Richtungswechsel, deinem Hund zu zeigen, dass es sich lohnt sich an dir zu orientieren. Für diese Übung suchst du dir eine freie Fläche im Park oder auf einer Wiese und gehst mit deinem Hund an langer Leine los und wechselst immer wieder spontan die Gehrichtung, wenn dein Hund dich überholen sollte. Am Anfang ergibt es Sinn immer die entgegengesetzte Richtung deines Hundes anzusteuern. Folgt dein Hund dir daraufhin, wird er verbal gelobt. Bekommt er den Richtungswechsel mit, ohne dass ein Zug auf der Leine entsteht, kannst du ihn auch mit Futter, einem Spiel oder dem Freilauf belohnen.

Eine Alternative dazu ist es, deinem Hund durch ein leichtes Zuppeln an der Leine zu signalisieren, dass er die Grenze der Leine erreicht hat und langsamer werden soll. Diese Methode eignet sich besonders gut, um deinem Hund früh beizubringen, dass er nicht ziehen soll. Für Hund, die bereits in die Leine rennen, ist sie jedoch nicht zu empfehlen.

Die letzte Methode, die besonders für Hunde geeignet sind, die auf bestimmte Reize mit Leinenzug reagieren, ist es deinen Hund über deinen Körper zu blocken. Dazu drehst du dich gegen deinen Hund und beugst dich leicht über ihn. So setzt du eine klare räumliche Grenze. Anschließend ist es hier wichtig, deinen Hund wieder dazu zu animieren neben dir zu laufen, indem du ihn freundlich körpersprachlich dazu aufforderst. Die Balance zwischen Abbruch und Versöhnung ist hier entscheidend für den Lernerfolg deines Hundes. Deshalb empfehlen wir dir, dich bei Fragen an unsere Trainer im Chat zu wenden.

Kommuniziere mit deinem Hund

Damit du auf deinem Spaziergang auch fair bleiben kannst und deinen Hund nicht einfach für etwas bestrafst, was er gar nicht mitbekommen hat, ist es wichtig, dass du lernst, mit deinem Hund zu kommunizieren. Kündige deinem Hund an, wenn du stehenbleibst oder losläufst, indem du ihn mit seinem Namen ansprichst und ihm ggf. auch ein Signal für Stopp oder Weiter gibst. Zudem kann es sehr hilfreich sein, deinem Hund über ein Ritual oder ein anderes Signal zu zeigen, wann er an kurzer Leine laufen soll und wann er Zeit hat, um sein Geschäft zu erledigen und Hundsein zu dürfen. Wir empfehlen dazu unseren Kunden gerne den Wechsel zwischen Halsband und Geschirr. Am Halsband soll dein Hund mit seiner Aufmerksamkeit bei dir bleiben und auf deine Signale achten. Hier solltest du dann auch konsequent bleiben und auf das Ziehen mit einer der 3 Führmethoden reagieren und deinen Hund loben, wenn er gut läuft. Beim Wechsel auf das Geschirr, bekommt dein Hund mehr Leine und kann auch mal leicht zu einem bestimmten Ziel hinziehen. Das Ganze nennen wir auch gerne Freizeitmodus, weil es dir als Hundehalter ebenfalls ermöglicht nicht die ganze Zeit auf die Leinenführigkeit zu achten. Dein Hund kann solche Unterschiede (Geschirr vs. Halsband) erkennen und lernt so sich angemessen der Situation zu verhalten.

Tipp: Wenn du mal einen schlechten Tag hast und weißt, dass du heute keine Lust hast, deinen Hund für irgendetwas zu korrigieren oder ähnliches → Nimm das Geschirr! Wir haben alle mal diese Tage ☺️.

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Hund zieht an der Leine – So klappt es mit der Leinenführigkeit

Wird der tägliche Spaziergang mit deinem Hund zur Herausforderung? Dein Hund hat scheinbar nichts Besseres zu tun, als dich von A nach B zu ziehen, egal ob Grashalm, Baum, Artgenosse oder auffliegende Tauben, dein Hund nutzt seine ganze Muskelkraft, um dich hinter ihm herzuziehen. So wird der eigentlich entspannte Spaziergang plötzlich zum Spießrutenlauf von Reiz zu Reiz. Wir zeigen dir, wie du das ändern kannst!

Von der langen Leine in die Fuß-Position

Wenn wir uns einen Welpen zu uns nach Hause holen, starten wir bereits ohne groß darüber nachzudenken damit, ihn an die Leine zu nehmen, um mit ihm herauszugehen. Die meisten Welpen wollen in den ersten 14. Wochen aber noch gar nicht weit von Zuhause weg, da sie sich Zuhause am sichersten fühlen. Trotzdem zeihen viele ihren Welpen ein ganzes Stück an der Leine hinter sich her. So entstehen bereits hier erste negative Erfahrungen an der Leine.

Ab der ca. 15. Lebenswoche dreht sich der Spieß nun um, dein Welpe ist erkundungsfreudiger und kann es kaum erwarten neues zu entdecken. Deswegen springt er von einem Reiz zum anderen und kann sein Ziel gar nicht schnell genug erreichen. Du freust dich selbstverständlich, dass dein Hund jetzt endlich mit dir spazieren gehen möchte und lässt ihn auch die nächsten Wochen zu all den tollen Reizen hin.

Hier entsteht jetzt langsam das erste Problem, dein Hund lernt nämlich, dass dieser Zug an der Leine nötig ist, damit du verstehst, in welche Richtung dein Hund gehen möchte. Das gemeine dabei ist, dass wir das Ziehen an der Leine noch gar nicht als solches Wahrnehmen, weil unser Hund noch nicht sonderlich viel Gewicht hat. Trotzdem reicht der Impuls, dass wir unserem Hund mehr Leine geben.

Wie umgehe ich dieses Problem?

Bis zur 14. Lebenswoche:

  • Lasse deinen Welpen an einem Geschirr laufen und lobe ihn, wenn er mit dir mitläuft.
  • Gebe deinem Welpen Schutz, wenn er ihn braucht, auch wenn du ihn dafür ein paar Meter tragen musst, um voranzukommen.
  • Weigert dein Welpe sich, mit dir zu laufen, trägst du ihn bis zu seinem Löseplatz und beendest den Spaziergang, sobald dein Hund sich gelöst hat.

Ab der 15. Lebenswoche:

  • Nutze weiterhin auf dem Spaziergang das Geschirr.
  • Suche dir einen große, ablenkungsarme Fläche z.B. deinen Garten, ein Feld oder einen leeren Parkplatz für dein Training.
  • Starte das Training, indem du deinem Hund ein Halsband anlegst (die Leine bleibt trotzdem im Geschirr eingehakt)
  • Führe deinen Hund so, dass du das Ende der Leine festhältst und dein Hund die volle Leinenlänge zur Verfügung hat.
  • Lobe verbal, wenn die Leine locker ist. Läuft dein Hund auf der gewünschten Höhe neben dir, bestätigst du ihn zusätzlich mit Futter.
  • Zieht dein Hund nach vorne, beginnst du an der Leine zu zuppeln (kein Leinenruck!) eine Anleitung dazu findest du in unserer App.
  • Trainiere 5-10 Minuten und ziehe deinem Hund nach dem Training das Halsband wieder aus (Wichtig).

Wichtig ist hier dein Feedback für deinen Hund:

Ziehen = Zuppeln

Locker = verbales Lob

Gewünschte Laufposition = Futter oder kurze Pause und spielen.

Kurze Trainingseinheiten sind sinnvoll, damit ihr beide den Spaß nicht verliert

Ab dem 6. Lebensmonat:

  • Nutze weiterhin auf dem Spaziergang das Geschirr.
  • Suche dir einen große, ablenkungsarme Fläche z.B. deinen Garten, ein Feld oder einen leeren Parkplatz für dein Training.
  • Starte das Training, indem du deinem Hund das Halsband anlegst und die Leine diesmal dort einhakst.
  • Hole deinen Hund bevor du losläufst in die gewünschte Position und gebe ihm ein Wortsignal z.B. “Fuß”
  • Bestätige die Position mit verbalem Lob und Futter und laufe dann los.
  • Lobe deinen Hund, wenn er die Position auf den ersten paar Schritten 1-2 hält und bestätige wieder mit Futter.
  • Nutze wieder das Zuppeln, wenn dein Hund zieht (Achtung: Intensität anpassen an das Halsband).
  • Halte die Trainingseinheiten kurz und schnalle deinen Hund wieder um, wenn das Training vorbei ist (das Halsband kann nun anbehalten werden).
  • Baue nach und nach Ablenkungen ein und wechsle den Trainingsort.
  • Laufe kurze Strecken auf dem Spaziergang am Halsband, wenn es sinnvoll ist deinen Hund kurz zu führen z.B. an der Straße, in einer Fußgängerzone oder bei einer fremden Hundebegegnung.

Sorge für Entspannung

  • Achte auf deine eigene Stimmung, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist. Hast du einen schlechten Tag, empfehlen wir dir, mit deinem Hund am Geschirr Spazieren zu gehen und keine Leinenführigkeit zu trainieren.
  • Nicht jeder Reiz verdient die Aufmerksamkeit deines Hundes. Bringe deinem Hund bei Reizen zu widerstehen (wie das geht, lernst du in der “Benimm dich!” Kategorie in unsere App).

Gebe deinem Hund Freiraum zum Hundsein

  • Achte auf dem Spaziergang darauf, deinem Hund ausreichend Freiraum zum Hundsein zu geben. Er muss nicht den ganzen Spaziergang neben dir laufen und dich ansehen. Deswegen ist die Übung an der langen Leine mit Geschirr so wichtig.
  • An der langen Leine kannst du deinen Hund stöbern lassen und ihn die Welt der Gerüche entdecken lassen.
  • Zieht dein Hund hier mal zu einem Reiz, ist es nicht so schlimm, wenn du diesem Mal nachgibst.
  • Beherrscht dein Hund den sicheren Rückruf, kann er natürlich auch ohne Leine laufen.

Wie verhalte ich mich, wenn mein Hund zieht?

  • Es gibt verschiedene Methoden, die du anwenden kannst, wenn dein Hund an der Leine zieht. In unserer App lernst du folgende Methoden: Richtungswechsel, Körpersprachliches blocken und Zuppeln. Unser Trainerteam berät dich dazu gerne näher im Pupy-Trainer-Chat.
  • Du solltest deinen Hund auf keinen Fall für das Ziehen an der Leine bestrafen, wenn dein Hund nie die Chance hatte, es Schritt für Schritt zu lernen. Die Kommunikation zwischen dir und deinen Hund ist hier entscheidend.

Mein Hund beißt in die Leine – was kann ich tun?

Um das Beißen in die Leine zu stoppen, muss zunächst die Ursache festgestellt werden.

Welpen:

Hast du einen Welpen, der in die Leine beißt, kann es helfen, die Leine einfach kommentarlos aus der Schnauze zu nehmen und ihn mit etwas Futter ermutigen weiterzulaufen.

Wichtig ist hier, dass du deinen Welpen erst mit dem Futter belohnst, wenn er wieder einige Zeit gelaufen ist, ohne in die Leine zu beißen. Vorher reicht ein verbales Lob aus.

Was du nicht tun solltest, ist an der Leine zu ziehen. So wird das Leinebeißen schnell zum Zerrspiel und dein Hund findet gefallen daran – zeigt es also häufiger.

Beißen aus Frust:

Viele Hunde beißen in die Leine, um ihren Frust loszuwerden, wenn sie einem Reiz nicht nachgehen konnten. Kauen in die Leine baut hier Stress ab und wird gerne als Übersprungshandlung gezeigt.

Du kannst deinem Hund in einem solchen Fall die Leine über ein erlerntes “Aus” abnehmen. Wichtig ist hier, dass du keinen weiteren Stress aufbaust, sondern ruhig deinem Hund das Kommando gibst. Anschließend kann es helfen, wenn du mit deinem Hund eine Ruheübung oder ein anderes Alternativverhalten einforderst.

Auch ein Abbruchsignal kann dir bei dieser Thematik helfen. Nachdem dein Hund die Leine ausgegeben hat, kannst du mithilfe des Abbruchsignals ein weiteres in die Leinebeißen stoppen. Mehr Informationen, wie du ein faires Abbruchsignal setzt, lernst du in unserer App.

Viele Wege führen zum Ziel

Achte darauf, dass dich die Leinenführigkeit mit deinem Hund nicht stresst. Schaue dir verschiedene Techniken an und entscheide (auch gemeinsam mit einem Trainer) welches der passende Trainingsweg für dich und deinen Hund ist. Wenn du möchtest unterstützen wir dich gerne auf deinem ganz individuellen Weg mit deinem Hund. Lade dir hier die App herunter und starte noch heute mit deinem Training!

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Anspringen abgewöhnen – Die besten Tipps

Was beim Welpen süß ist, kann bei deinem ausgewachsenen Hund schnell zu einem ungewollten Verhalten werden – das Anspringen! Tatsächlich ist Anspringen eines der Top 10 Probleme im Alltag mit Hunden.

Doch Anspringen ist nicht gleich Anspringen – Was kann die Motivation dahinter sein?

Es gibt Hunde, die einfach gelernt haben, dass anspringen Spaß bringt. Diese Art des Anspringens, hast du als Hundehalter meistens dadurch gefördert, dass du, während dein Hund noch ein kleiner, süßer Welpe war, besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hast, wenn dieser mit seinen kleinen Pfoten an dir hochgesprungen ist.

Anspringen ist für Welpen ein sinnvolles Verhalten, da sie über das Springen die Lefzen der Mutter ablecken konnten. Dieses Verhalten sorgte dafür, dass die Mutterhündin beschwichtigt wurde und/oder Nahrung für ihre Welpen hervorwürgte.

Lösung: Du musst deinen Welpen von Beginn an zeigen, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist. Dazu kannst du dich einfach auf eine Ebene mit deinem Hund begeben und ihn nur dann streicheln, wenn er mit allen Füßen auf dem Boden bleibt. Springt er an dir hoch, verschränkst du die Arme vor der Brust und unterbrichst die Interaktion mit deinem Welpen. Sobald er wieder alle Pfoten auf dem Boden hat, schenkst du ihm wieder Aufmerksamkeit.

Dann gibt es Hunde, die ein eher unsicheres und skeptisches Verhalten an den Tag legen und in stressigen oder überfordernden Situationen springen, um ihren Stress zu managen. Hier kann Springen eine Übersprungshandlung sein, also ein Verhalten in einer Konfliktsituation, welches nicht angemessen zur eigentlichen Situation passt.

Lösung: Hier solltest du den Fokus eures Trainings auf Selbstbewusstsein legen. Zudem solltest du deinen Hund in unsicheren Situationen Schutz geben können. Dies funktioniert allerdings nur bei einer guten Mensch-Hund-Bindung. Erst danach, kann mit dem eigentlichen Training begonnen werden.

Anspringen, kann auch zur Distanzvergrößerung genutzt werden. Dein Hund hat also irgendwann gelernt, dass er Menschen oder andere Lebewesen durch sein Springen auf Abstand halten kann. Somit ist es ein erlerntes Verhalten, welches immer dann für deinen Hund bestätigt wird, wenn dein Hund durch das Springen mehr Raum bekommt.

Lösung: Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Individualdistanz des Hundes, besonders von fremden Menschen nicht einfach unterschritten wird. Stattdessen kann dein Hund lernen selbst auf diese Menschen zuzugehen. Besuch sollte darüber aufgeklärt werden, dass dein Hund es nicht mag von Fremden gestreichelt zu werden.

Anspringen abgewöhnen – So geht’s:

Wenn du sichergestellt hast, dass dein Hund dich oder andere anspringt, weil er gelernt hat dadurch Aufmerksamkeit zu bekommen, dann kannst du folgendes tun:

  • Bleibe selbst immer ruhig – so nimmst du die Energie raus.
  • Wenn dein Hund an dir hochspringt, setzt du ein deutliches Abbruchsignal z.B. “Nein” und schubst ihn kontrolliert aber deutlich zurück auf den Boden. (Ungewünschtes Verhalten abbrechen)
  • Anschließend forderst du deinen Hund freundlich auf zu dir zu kommen, um neben dir herzulaufen. (Alternatives Verhalten einfordern)
  • Sobald dein Hund sich jetzt ruhig verhält, lobst du ihn mit freundlicher Stimme, gehst mit ihm auf eine Ebene und streichelst ihn. (Versöhnung und Stressabbau)
  • Sobald er erneut versucht zu springen, brichst du freundliche Interaktion ab, gibst dein Abbruchsignal und kreuzt deinem Hund den Weg. (Konsequent Regeln einhalten und durchsetzen)

Der Wechsel zwischen Abbruch des Verhaltens und Versöhnung ist entscheidend. Dein Hund wird durch ein deutliches Abbruchsignal nicht verunsichert, sondern lernt sich an dir zu orientieren, was ihm Sicherheit vermittelt.

“Hunde sind soziale Tiere, die ihre Grenzen austesten. Als Hundehalter hast du den Job deinem Hund Grenzen zu setzten und ihm somit Orientierung zu geben, was richtig und was falsch ist.”

Mehr Tipps zum Training findest du in unserer App! Bei individuellen Fragen zum Verhalten deines Hundes, unterstützen wir dich gerne in unserem Trainer-Chat.

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Ist mein Hund dominant? Mache den Test!

Der Begriff Dominanz wird leider noch in vielen Online-Artikeln und den Sozialen-Medien fälschlicherweise als eine Charaktereigenschaft von Hunden interpretiert. Typische Aussagen sind z.B.: “Wenn dein Hund, einem anderen Hund die Pfote auflegt, ist er dominant”, “Wenn dein Hund sich groß macht und die Rute hochträgt, ist er dominant”, “Wenn dein Hund sich aggressiv gegenüber anderen Hunden verhält, ist er dominant” usw. Leider sind diese Aussagen unzureichend und teilweise sogar völlig falsch! Deswegen möchten wir dir mit diesem Beitrag einen Überblick darüber geben, was Dominanz wirklich ist und warum es kein Problem darstellt, wenn dein Hund in einer Situation dominant ist.

Was ist Dominanz?

Dominanz ist ein Beziehungsmerkmal und keine Charaktereigenschaft. Das bedeutet, dass dein Hund nicht einfach als dominant beschrieben werden kann, sondern es mindestens einen weiteren Hund geben muss, der sich deinem Hund freiwillig (nicht gezwungenermaßen) unterordnet. Da es sich hier um ein Beziehungsmerkmal handelt, ist es nötig, dass eine Beziehung zwischen zwei Hunden entsteht. Hunde, die sich gerade zum ersten Mal sehen, können nur schwer eine Dominanzbeziehung haben. Dein Hund wäre in einer Beziehung der Dominante, wenn er über einen konstanten Zeitraum regelmäßig seine Interessen gegenüber die des anderen Hundes durchsetzt und sich der andere Hund genauso regelmäßig unterordnet, um einen Konflikt zu vermeiden. Es entsteht aufgrund der Dominanzbeziehung kein Konflikt zwischen den Hunden. Dominanz ist also eine Vermeidung von Auseinandersetzung und nicht der Grund für eine solche.

Wichtig: In einer Dominanzbeziehung kann der Dominante zwar jederzeit seine Ziele durchsetzten, er kann sich aber auch zurücknehmen und auf sein Recht sich durchzusetzen verzichten.

Ist mein Hund dominant?

Häufig entstehen in der Beziehung zwischen Mensch und Hund Missverständnisse, durch die der Glaube entsteht, dass dein Hund dir gegenüber dominant ist. Das kann natürlich der Fall sein, jedoch würde es dann bedeuten, dass du dich deinem Hund freiwillig unterordnest.

Macht dein Hund dir jedoch den Platz auf dem Sofa streitig oder zeigt dir die Zähne, wenn du seinem geliebten Knochen zu nahe kommst, hat dies rein gar nichts mit Dominanz zu tun, sondern es handelt sich um Protest gegenüber deiner Maßnahmen. Hier liegt das Problem auf der Beziehungsebene zwischen dir und deinem Hund und kann mithilfe klarer Strukturen und Erziehung auch wieder gelöst werden. Lasse dich hierzu gerne von unseren professionellen Hundetrainern im Trainer-Chat beraten.

Viele Übungen, wie z.B. “Nein” und “Aus”, können dazu beitragen, dass dein Hund spielerisch lernt, Ressourcen mit dir zu tauschen. Ein liebevoll aufgebautes Tauch-Ritual ermöglicht es dir, deinem Hund alles abzunehmen, da er gelernt hat, dass er es gleich wiederbekommt oder sogar etwas viel Besseres von dir erwarten kann. Dieses Vertrauen macht einen großen Teil deiner harmonischen Mensch-Hund-Bindung aus. Nehmen wir unserem Hund hingegen einfach etwas ab ohne unser freundschaftliches Ritual oder bedrohen unseren Hund sogar, indem wir uns über ihn beugen und seinen Stock aus seinem Maul reißen, überschreiten wir eine Grenze! In diesem Fall darfst du dich nicht wundern, wenn dein Hund dir die Zähne zeigt oder knurrt.

Zusammenfassung

Halten wir nochmal fest: Dominanz ist ein Beziehungsmerkmal, welches Konfliktsituationen vermeidet. Für eine dominante Rolle in einer Beziehung ist es nötig, dass sich beide Beziehungspartner kennen und sich ein Hund dem anderen freiwillig unterordnet, um einen Konflikt zu vermeiden. Der dominante Beziehungspartner kann seine Bedürfnisse durchsetzen, muss es aber nicht.

Hunde können gegenüber ihren Menschen Protestverhalten zeigen, welches nichts mit Dominanz zu tun hat. Ein Hund kann nur dominant gegenüber seinem Menschen sein, wenn dieser sich seinem Hund freiwillig unterordnet. Zeigt dein Hund dir gegenüber Drohsignale, wenn du ihm etwas abnehmen möchtest oder dich neben ihm auf das Sofa setzt, muss an der Mensch-Hund-Bindung und dem Vertrauen gearbeitet werden, wie das geht, erfährst du in unserer App.

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Silvester Training mit Hund – die besten Tipps

Silvester bedeutet für viele Hunde Stress.

Lautes Knallen, Zischen und komische verbrannte Gerüche sind besonders für junge Hunde neu und nicht einschätzbar. Daher ist es so wichtig, dass du deinen Hund, frühst möglich auf diese Zeit im Jahr vorbereitest.

Wir zeigen dir die 3 besten Tipps, wie du ein entspanntes Silvester mit deinem Hund verbringen kannst:

1 Präventives Geräuschtraining

Damit dein Hund erst gar keine Angst vor Geräuschen entwickelt, solltest du ihn präventiv auf laute Situationen, wie Silvester, Baustellenlärm oder Handwerksarbeiten im Haus vorbereiten. Dabei ist es wichtig, dass dein Hund sich den Reizquellen selbständig nähern und sich auch wieder davon entfernen darf.

Mehrere Studien konnten bereits zeigen, dass Hunde, die bereits im Welpenalter lernten, mit verschiedenen Geräuschen umzugehen, nur sehr selten an einer Geräuschangst im Erwachsenenalter litten. Auch bei Hunden, die bereits erwachsen sind, kann dieses Training zu einer Linderung der Angst führen.

Um deinen Hund präventiv mit verschiedenen Geräuschen vertraut zu machen, kannst du:

  • Deinem Hund eine Playlist mit Silvesterfeuerwerk vorspielen (erst leise, dann nach und nach lauter), während er eine Beschäftigung bekommt, die er gerne ausführt, z.B. ein Futterpuzzle lösen oder Tricks machen.
  • Die Geräusche Playlist abspielen, wenn dein Hund mit einem anderem souveränen und nicht ängstlichen Hund zusammen spielt.
  • Eine Kiste mit klappernden und raschelnden Gegenständen füllen (die deinen Hund nicht verletzten können) und darin verschiedenen Leckerlis verstecken, die dein Hund suchen darf.

2 konditionierte Entspannung

Die konditionierte Entspannung ist ein wahrer Alltagshelfer, der dir nicht nur in Stresssituationen mit deinem Hund hilft, sondern auch im Alltag für Ruhe und Entspannung sorgen kann.

Bei der konditionierten Entspannung lernt dein Hund sich auf ein Wort und eine Berührung von dir zu entspannen. Dafür ist es wichtig, dass du zunächst in einer entspannten Atmosphäre trainierst, z.B. wenn dein Hund gerade ruht. Dein Hund profitiert zudem davon, dass du bei dieser Übung ebenfalls Ruhe ausstrahlst, denn die Stimmungsübertragung ist ein wichtiger Aspekt der Mensch-Hund-Bindung.

Trainiere so die konditionierte Entspannung:

  • Bringe deinen Hund ins „Sitz“ und setzte dich auf einen Stuhl hinter ihn.
  • Lege beide Hände an die Brust deines Hundes und streichle ihn von dort aus langsam zu den Pfoten herunter. Dabei wiederholst du das Wortsignal „Cool“.
  • Mache diese Übung über eine Woche 5 Minuten täglich. Eine detaillierte Videoanleitung findest du in unserer App.

3 Vorbereitung und Ablenkung

Nachdem dein Hund auf den Silvesterabend vorbereitet ist, gilt es dein Zuhause vorzubereiten, um für deinen Hund möglichst viel Schutz zu bieten:

  • Lasse deinen Hund an Silvester oder bei Gewitter nicht alleine.
  • Besprich dich mit deinem Tierarzt, falls dein Hund bereits Panik an Silvester bekommen hat.
  • Ziehe, falls möglich, die Vorhänge zu oder lasse die Rollläden herunter, um die visuellen und akustischen Reize abzumildern.
  • Schalte ein Radio oder deinen Fernseher an, um eine andere bekannte Geräuschquelle zu erzeugen.
  • Verneble Lavendelöl (falls ihr ätherische Öle bei der konditionierten Entspannung verwendet habt)
  • Sichere deinen Hund auf dem Spaziergang doppelt über Geschirr und Halsband oder besorge dir ein spezielles Panikgeschirr, wenn dein Hund sensibel auf Geräusche reagiert.
  • Gehe in Gegenden spazieren, wo wenig geknallt wird und vermeide es kurz vor Mitternacht, mit deinem Hund an Silvester herauszugehen.

Du willst deinen Hund optimal auf Silvester vorbereiten? Dann Lade starte jetzt mit dem Silvestertraining und lasse dich mit unserer App Schritt für Schritt zum Ziel begleiten.

Wir wünschen dir ein entspanntes Silvester mit deinem Hund 🐶

Dein Pupy Team

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Hundebegegnungen meistern – Wie lernt mein Hund andere Hunde zu ignorieren?

Hundebegegnungen sollten eigentlich etwas völlig natürliches im Alltag mit seinem Hund sein. Doch für sehr viele Mensch-Hund-Teams bedeutet es Stress. Sei es, weil der eigene Hund wild an der Leine zieht, bellt oder nach vorne springt oder weil ein fremder Hund unangeleint auf dich und deinen Hund zustürmt – die Begegnung mit anderen Mensch-Hund-Teams ist nicht immer einfach.

Hundebegegnungen meistern

Allein dieser Titel „Hundebegegnungen meistern“ sorgt schon bei vielen Menschen dafür, dass sich ihr Puls leicht erhöht. Trotzdem wollen wir dir heute zeigen, dass es weder einen Grund geben muss beim Kontakt mit anderen Mensch-Hund-Teams in Panik zu verfallen, noch gibt es einen Grund dafür, dass dein Hund lernen sollte andere Hunde zu ignorieren.

Deinem Hund beizubringen andere Hunde zu ignorieren, würde bedeuten, dass wir ihm verbieten sozial mit anderen Hunden zu interagieren. Da unser Hund aber für ein glückliches Hundeleben den Kontakt zu anderen Hunden braucht, es im Tierschutzgesetz sogar vorgeschrieben ist und eine Hundebegegnung dadurch auch nicht zwingend besser wird, raten wir davon ab.

Besser ist, wenn dein Hund lernt, entspannt durch Hundebegegnungen zu gehen. Dafür müssen folgende Regeln eingehalten werden.

  1. Beide Mensch-Hund-Teams (Hund und Mensch) müssen den Kontakt wollen. Achte dabei auf die Körpersprache deines eigenen Hundes und die des anderen Mensch-Hund-Teams.
  2. Die Hunde haben erst Kontakt, nachdem du deinem Hund die Freigabe dazu gibst.
  3. An der Leine wird nicht gespielt.
  4. Die Leine bleibt im Kontakt mit anderen Hunden immer locker.
  5. Sobald einer der Hunde Anzeichen von Angst, Stress oder Furcht zeigt, wird der Kontakt unterbrochen und von den Hundehaltern untereinander kommuniziert.

Wie mein Hund lernt entspannt an anderen Hunden vorbeizugehen

Natürlich solltest du mit deinem Hund zunächst üben, dass er nicht zu jedem Mensch-Hund-Team hinzieht. Das machst du, indem du mit deinem Hund die Leinenführigkeit und Impulskontrolle trainierst.

  • Dein Hund sollte lernen, schnellen Reizen, wie z.B. einem geworfenen Ball zu widerstehen. Erst bei Blickkontakt mit dir bekommt er entweder ein „Weiter“ und du gehst mit ihm an der Leine weiter oder ein „Ok“ und er darf den Ball holen.
  • In Hundebegegnungen erhöhst du zunächst den Abstand zu anderen Mensch-Hund-Teams und belohnst auch hier Blickkontakt, entweder mit Futter/Spiel oder falls das andere Mensch-Hund-Team einverstanden ist, mit Hundekontakt.

Euer Ziel ist, die Leine locker zu lassen. Je lockerer die Leine, desto entspannter bist du und dein Hund.

Mehr Tipps zum Thema Leinenführigkeit findest du in unserer App.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Training mit deinem Hund!

Dein Pupy-Team

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Training für Welpen: Wo fange ich am besten an?

Sobald ein kleiner Hund zum neuen Familienmitglied wird, machen wir uns Gedanken über seine Erziehung. Natürlich wollen wir nur das Beste für den Kleinen! Aber wo anfangen?

Wo fange ich bei der Erziehung eines Welpen an?

Anders als vielleicht gedacht, startet die Erziehung deines Welpen, sobald er bei dir eingezogen ist. Denn Welpen brauchen eine klare Struktur, an die sie sich nach und nach gewöhnen müssen. Beginnen kannst du z.B. mit der Stubenreinheit. Dabei ist es wichtig, dass du dir, noch bevor du deinen Welpen beim Züchter abholst, Gedanken darüber machst, wo dein Welpe zukünftig sein Geschäft verrichten soll. Noch bevor dein Welpe sein neues Zuhause kennenlernt, wird dieser ab sofort gültige Pipi-Platz aufgesucht – damit das erste Missgeschick schon umgangen wird. Ab diesem Zeitpunkt gehst du am besten alle 1,5 bis 2 Stunden mit deinem Welpen zu diesem Pipi-Platz.

Auch spielerisch kannst du deinem Welpen bereits am ersten Tag einige Regeln beibringen. Die Beißhemmung lernen Welpen ganz leicht, indem du das Spiel mit deinem Hund immer dann abbrichst, wenn er seine Milchzähne zu stark einsetzt. Mehr zur Beißhemmung erfährst du hier.

Von besonderer Wichtigkeit ist das Erlernen von Ruhephasen. Denn Welpen brauchen bis zu 20h Schlaf am Tag! Daher richte deinem Welpen bereits vor seiner Ankunft einen Schlafplatz her, der sich an einem ruhigen und dennoch zentralen Ort befindet. Lege einen Kauartikel auf diesen Platz, um deinen Welpen ganz ungezwungen an diesen Ort zu locken.

Die Sozialisierung

Die Sozialisierung deines Welpen beginnt bereits beim Züchter mit dem Öffnen der Augen. Ab diesem Zeitpunkt werden deinem Hund immer wieder verschiedene Reize präsentiert, die ihn auf das Leben an deiner Seite vorbereiten. Kommt dein Welpe ab der ca. 10. Woche zu dir, liegt es in deiner Verantwortung, diesen wichtigen Entwicklungsabschnitt weiterzuführen. Präsentiere deinem Welpen verschiedenen Reize, die im Alltag wichtig sind. Vielleicht machst du mit ihm einen kleinen Ausflug mit dem Auto, stellst ihm andere Hunde vor, gehst in der Nähe eines Spielplatzes spazieren, um ihm zu zeigen, dass es auch kleine, laute und schreiende Menschen gibt oder lässt ihn mit etwas Entfernung eine Baustelle beobachten.

Für die Sozialisierung deines Hundes hast du ca. bis zur 12.-14. Lebenswoche Zeit. In dieser Zeit ist es wichtig, deinem Hund möglichst abwechslungsreiche Reize zu präsentieren, ihn aber nicht zu überfordern! Denke immer an genügend Pausen und Ruhephasen (20h Schlaf/Ruhe!).

Die richtige Kommunikation

Auch die zwischenartliche Kommunikation will auf beiden Seiten gelernt werden. Beschäftige dich mit dem Ausdrucksverhalten deines Hundes und versuche, sie zu verstehen. Im Gegenzug dazu kannst du deinen Hund dabei unterstützen, aktiv mit dir in Interaktion zu gehen. Beim Manding lernt dein Hund durch eine bestimmte Verhaltensweise z.B. ein Sitz, sich mitzuteilen und aktiv um Aufmerksamkeit zu bitten. Die soziale Kommunikation zwischen dir und deinem Hund ist maßgeblich für eure spätere Mensch-Hund-Bindung verantwortlich. Daher raten wir dir, besonders viel Zeit in diesen Bereich zu investieren. In unserer App erfährst du, wie du die Kommunikation mit deinem Hund verbesserst und wirst Schritt für Schritt dabei an die Hand genommen.

Basic Training

Natürlich kannst du mit deinem Hund auch schon einige grundlegende Kommandos trainieren. Zu den wichtigsten Grundkommandos gehören:

  • Sitz
  • Platz
  • Box oder Körbchen
  • Rückruf
  • Leinenführigkeit
  • Nein (Abbruchkommando)

Diese Kommandos können und sollten zu Beginn spielerisch in den Alltag integriert werden. So kann dein Hund Sitz und Platz üben, kurz bevor es Futter gibt. Das Abbruchkommando nutzt du spätestens, wenn etwas in der Küche herunterfällt (das darfst du gerne auch mal bewusst machen) und Rückruf und Leinenführigkeit können ganz leicht beim Spielen mit eingebracht werden. Für das Boxen- oder Körbchentraining raten wir dir, langsam zu starten und nicht mehr als 5 Minuten zu trainieren. Am besten wartet auch im Körbchen oder der Hundebox immer mal wieder ein kleiner Snack, so lernt dein Hund, dass dieser Ort auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Mehr Tipps und Tricks, wie du am besten mit dem Hundetraining startest, erfährst du in unserer App!

Wir wünschen dir viel Freude mit deinem Hund

Dein Pupy-Team

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Die Basics der Hundeerziehung

Was ist wichtig bei der Hundeerziehung?

Jeder neue Hundehalter möchte einen gut erzogenen Hund, mit dem man jede Menge Spaß hat, tolle Dinge erleben kann und einen treuen Begleiter an seiner Seite hat. Dafür geht kein Weg an einer guten Hundeerziehung vorbei. Die Frage, wie du deinen Hund erziehst, ist dabei von besonderer Bedeutung. Denn egal was du deinem Hund gerne beibringen möchtest, der Weg dorthin entscheidet, wie erfolgreich und nachhaltig deine Erziehung ist.

Wie erziehe ich meinen Hund?

Es ist sehr wichtig, dass du mit der Erziehung deines Hundes so früh wie möglich beginnst. Im besten Fall hat dein Züchter oder die Pfleger im Tierheim oder auf der Pflegestelle schon eine tolle Arbeit geleistet, auf die du die nächsten Wochen aufbauen kannst.

Es gibt 4 Dinge, die dein Hund in den ersten Wochen bei dir lernen sollte:

  1. Kommunikation
  2. Alltagstauglichkeit (Stubenreinheit, Rückruf, Leinenführigkeit, Körbchen – oder Boxtraining, Alleinbleiben)
  3. Sozialverhalten
  4. Problemlöseverhalten

Kommunikation

Hunde sind soziale Tiere und möchten sich gerne mitteilen. Damit du dies auf eine kontrollierte Art und Weise förderst, kannst du bestimmte Verhaltensweisen deines Hundes einfangen, indem du diese belohnst, wie z.B. einen Blickkontakt. Schaut dein Hund dich an, belohnst du dieses Verhalten am besten mit etwas, was deinen Hund motiviert, z.B. Futter, Spielzeug oder sozialer Interaktion. Wenn Hunde früh lernen, wie sie sich mitteilen können, kann sich das besonders positiv auf ihr Sozialverhalten und Kognition auswirken.

Natürlich musst auch du als Hundehalter lernen, mit deinem Hund zu kommunizieren. Da Hunde zu einem großen Teil körperlich kommunizieren, ist es wichtig, diese Art von Kommunikation zu lernen und in der Erziehung deines Hundes anzuwenden. So können z.B. vorbeugende Gesten deinen Hund körpersprachlich eingrenzen oder ein Zurücklehnen kann deinen Hund einladen, zur dir zu kommen. Wie du deinem Hund liebevolle Grenzen setzten kannst erfährst du hier.

Alltagstauglichkeit

Bestimmte Grundkommandos sind wichtig, damit dein Hund den Alltag entspannt mit dir meistern kann. Dazu gehört als Erstes die Beißhemmung und auch die Stubenreinheit. Du solltest sofort, nachdem dein Welpe eingezogen ist, regelmäßig mit ihm rausgehen, ca. alle 1-2 Stunden, so vermeidest du Missgeschicke und dein Welpe lernt schnell seinen neuen Platz für das große und kleine Geschäft kennen. Falls doch mal ein Missgeschick passiert, machst du es kommentarlos weg und reinigst die Stelle mit Geruchsentferner.

Auch Rückruf und Leinenführigkeit können spielerisch geübt werden, indem sie immer wieder beim Spielen oder der kleinen Gassirunde geübt werden. Ebenso kannst du deinen Hund mit kleinen Überraschungen in Form von Futter an sein Körbchen oder die Hundebox gewöhnen und dort nach und nach Fortschritte erzielen.

Wichtig ist jedoch, dass du deinen Welpen zu keinem Zeitpunkt überforderst. Integriere die Sachen so in deinen Alltag, dass du selber keinen Stress hast und übe lieber nur 2-5 Minuten und baue es dafür öfter in deinen Tagesablauf ein.

Sozialisierung

Auch der Kontakt mit Artgenossen, verschiedenen Menschen, Kindern und unbelebten Dingen will gelernt sein und muss während der ersten 14 Wochen unbedingt stattfinden und bestenfalls zwischen dem 4-6 Monat nochmal wiederholt werden. Dabei geht es nicht darum, dass das dein Hund mit allen Hunden spielen muss, denn spielen funktioniert am besten mit gleichaltrigen, es sollte darauf geachtet werden, dass dein Hund viele verschiedene Erfahrungen sammeln und abspeichern kann.

Beispiele:

  • Ein Auto im stehenden und fahrenden Zustand.
  • Baustellenlärm.
  • Kinder in verschiedenem Alter.
  • Regenschirme (offen/geschlossen/bei Regen)
  • Herunterfallende Dinge im Haushalt.
  • Straßenbahnen, Busse, Bahnhof
  • Im Auto mitfahren
  • Hundebegegnungen mit großen und kleinen Hunden mit Schlappohren/Kurzhaar/Langhaar/ohne Rute/ mit Rute/ platter Nase /langer Nase etc.
  • Brücken
  • Mülltonnen, Müllabfuhrfahrzeuge
  • etc.

Problemlöseverhalten

Hunde erfahren in ihrem Leben immer wieder Stress, Angst und Furcht. Damit sie mit diesen Zuständen umgehen können, müssen sie lernen, sich davon schnell wieder zu erholen. Das gelingt am besten, wenn dein Züchter bereits damit begonnen hat, die kleinen Welpen immer wieder liebevoll mit kleinen Stressohren gereizt hat. Ist dein Hund nun bereits bei dir Zuhause, kannst du ihm z.B. kleine lösbare Aufgaben stellen, vor denen er sich zunächst etwas gruselt, sie aber mit deinem Zuspruch überwindet. Solche Übungen findest du in den verschiedensten Kategorien unserer App, schaue dazu gerne in der Kategorie „Welpenerziehung“ vorbei.

Wie lange kann man einen Hund erziehen?

Wie lange die Erziehung eines Hundes dauert, ist je nach Persönlichkeit des Hundes etwas unterschiedlich. Fest steht aber, dass du die Sozialisierung deines Hundes unbedingt bis zum Ende der sensiblen Phase (ca. 3.-14. Woche) abgeschlossen haben solltest. Eine Wiederholung zwischen dem 4.-6. Monat ist ebenfalls wichtig, da in dieser Zeit verschiedene Verknüpfungen im Gehirn gelöscht und andere weiter gefestigt werden.

Nach der Pubertät ist dein Hund trotzdem noch in der Lage, Neues zu lernen und er sollte auch weiterhin mental gefördert werden. Jedoch werden die Verhaltensweisen nicht so nachhaltig abgespeichert, wie während der Zeit der Erziehung deines Hundes in den ersten 12-14 Wochen.

Möchtest du jetzt den Grundstein für die Erziehung deines Hundes legen? Dann lade dir jetzt unsere App herunter.

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Wie nutze ich die Schleppleine im Hundetraining?

Die Schleppleine ist ein tolles Hilfsmittel in der Hundeerziehung – Vorausgesetzt, sie wird richtig angewendet! In diesem Blogpost wirst du lernen, für wen das Schleppleinentraining geeignet ist, welche Schleppleine, die richtige für deinen Hund ist und wie du die Schleppleine in der Praxis einsetzt.

Das Schleppleinentraining eignet sich für:

  • Erziehung von Welpen- und Junghunden
  • Hunde, die dich noch nicht kennen
  • Angsthunde
  • Anti-Jagd-Training
  • Jagdhundetraining
  • Rückruftraining
  • Training verschiedener Signale auf Distanz
  • Hunde, mit emotionalen und/oder sozialen Förderungsbedarf

Welche Schleppleine ist die richtige?

Du findest Schleppleinen in verschiedenen Längen zwischen 3 bis weit über 15 Meter. Wenn du mit deinem Hund bestimmte Verhaltensaspekte, wie z.B. den Rückruf oder die Orientierung an dir üben möchtest, gilt immer weniger ist mehr. Grund dafür ist, dass wir uns ja in einer Trainingssituation befinden. Je weiter sich dein Hund also von dir entfernen kann, desto schwieriger wird es für dich ihn über die Leine führen zu können.

Auch der Leinentyp ist entscheidend und abhängig davon, was du mit deinem Hund trainieren möchtest. Besonders beliebt sind der derzeit Leinen aus Biothane, das ist ein wasserabweisendes Material, welches jedoch je nach Anbieter auch sehr rutschig in der Hand liegt. Solltest du also einen Hund haben, der zu impulsiven Reaktionen neigt und auch gerne mal in die Leine springt, ist es besser ein Material zu nehmen, welches rutschfest in der Hand liegt. Viele Schleppleinen haben zudem eine Handschlaufe. Diese Schlaufe mag dir auf den ersten Blick praktisch erscheinen, das du dir sie um dein Handgelenk legen kannst, birgt aber in den meisten Fällen ein hohes Verletzungsrisiko. Nicht selten, kann es passieren, dass sich entweder deine Hand in der Schlaufe verhakt, wenn dein Hund losrennt oder aber dein Hund läuft mit der Leine los und bleibt irgendwo mit dieser Handschlaufe hängen.

Unsere Empfehlungen für eine geeignete Schleppleine:

  • 5 Meter Länge
  • Keine Handschlaufe
  • Teil gummiert

Wie nutze ich die Schleppleine im Hundetraining

Deinen Hund an die Schleppleine gewöhnen

Bevor du überhaupt mit dem Training startest ist es wichtig, dass dein Hund die Schleppleine kennenlernt. Die Schleppleine sollte dabei immer an einem Geschirr befestigt sein, um Verletzungen der Halswirbel vorzubeugen. Wenn du deinen Hund an die Schleppleine angeleint hast, gibst du ihm zunächst immer etwas mehr Leine, bis dein Hund die Endlänge erreicht hat. Mache dir am Leinenende am besten einen Knoten, um selbst einen Fixpunkt zu haben. Lobe deinen Hund verbal, solange das Leinenende noch nicht erreicht ist und belohne ggf. den Blickkontakt deines Hundes mit etwas Futter. Erreicht dein Hund die Leinenende sagst du „Langsamer“ zuppelst kurz an der Leine, bis dein Hund mit einem Schritt zurück oder Blickkontakt reagiert. Sobald dein Hund selbst die Leine wieder lockert, hörst du mit dem Zuppeln wieder auf und lobst deinen Hund verbal. Bei Blickkontakt darfst du ihn auch gerne mit etwas Futter, einem sozial Spiel o.Ä. belohnen.

Nach und nach wird dein Hund die Grenzen der Leine kennen und kann bei gleichbleibender Leinenlänge sogar den Abstand selbständig halten ohne zu ziehen. Bleibe fair und gebe deinem Hund das Signal „Langsamer“ bereit kurz bevor er in die Leine läuft. Markiere dir dafür mit einem Knoten in der Leine (ca. 20 cm vor Leinenende), den Abstand, wo du deinem Hund das Signal gibst.

Die Schleppleine im Rückruftraining nutzen

Besonders im Rückruftraining zahlt es sich aus, seinen Hund an die Schleppleine zu nehmen. Für einen erfolgreichen Rückruf, muss dein Hund verstehen, dass er auf das Rückrufsignal „Hier“ zu dir laufen muss, egal welche Reize vorher seine Aufmerksamkeit eingenommen haben. Dafür ist zu Beginn wichtig, dass auf relativ kurzer Distanz das Wortsignal „Hier“ konditioniert wird. Hat dein Hund verstanden, was auf dieses Signal zu tun ist, kannst du nach und nach den Abstand vergrößern und Ablenkungen in eurer Training einbauen. Hört dein Hund nicht auf dein Rückrufsignal, kannst du ihn durch leichtes zuppeln an der Leine erinnern, dass das Kommando gilt, auch wenn die Ablenkung spannend zu sein scheint. Für den Rückruf ist also nicht nur dein Wille, sondern auch dein Weg, das Kommando konsequent einzufordern wichtig, um ein zuverlässiges Kommando zu trainieren.

Brauchst du Hilfe beim Training mit der Schleppleine oder dem Rückruftraining? Dann lade dir jetzt die Pupy App herunter. Trainiere mit unserem Schritt-für-Schritt Videoanleitungen oder chatte mit unseren professionellen Hundetrainern und finde einen ganz individuellen Weg für dein Mensch-Hund-Team.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Training mit deinem Hund!

Dein Pupy-Team