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Die 3 häufigsten Fehler in der Welpenerziehung

Aufgepasst! Besonders in den ersten paar Wochen, versuchen wir alles Richtig bei der Erziehung unseres Welpen zu machen. Rund um dich hörst du Tipps und Ratschläge, was du alles machen kannst und was du nicht machen solltest. Wir zeigen dir heute 3 häufige Fehler, die du ganz leicht vermeiden kannst.

Fehler Nr. 1: Zu schnell zu viel wollen

Besonders in den ersten Tagen, wollen wir alles mit unserem Welpen ausprobieren, ihm seine Umgebung zeigen, gemeinsam Spielen, Kuscheln, das neue Körbchen einweihen, am besten schon Sitz und Platz lernen und das tolle Intelligenzspiel aus dem Internet testen.

Doch Vorsicht: Dein Hund hat innerhalb von einem Tag, seine Familie und sein gewohntes Umfeld verloren. Das bedeutet, wirklich alles hat sich für ihn verändert.

Deshalb ist es wichtig, dass du deinem Hund etwas Zeit zum Ankommen gibst und ihn gleichzeitig Stück für Stück mit seiner neuen Welt vertraut machst.

  • Unser Tipp für dich: Lieber alle 2-3 Tage eine neue Sache ausprobieren als an einem Tag alles. So bleibt der Zauber des Neubeginns auch für dich noch ein wenig länger erhalten.

Fehler Nr. 2: Du passt deinen gesamten Alltag an deinen Welpen an

Manchmal kommen wir Menschen auf komische Ideen, z.B. wird plötzlich die Klingel ausgeschalten, ein Pipi-Wecker für den Hund gestellt, oder sogar Nachts vermieden auf Toilette zu gehen, um den schlafenden Welpen bloß nicht aus dem Rhythmus zu bringen.

Fakt ist: Dein Welpe muss lernen, sich an deinen Alltag und deine Gewohnheiten zu gewöhnen.

Nur weil du jede Nacht, um zwei Uhr nochmal auf Toilette gehst, bedeutet es nicht, dass für deinen Hund Action angesagt ist. Er darf lernen, wach zu werden und auch mal nicht sofort beachtet zu werden.

Hunde gewöhnen sich an unsere Routinen, ändern wir diese dauert es vielleicht eine Zeit, bis unser Hund sich neu eingestellt hat, aber er wird sich irgendwann deiner Routine anpassen.

Wichtig: Beachte bitte, dass wenn du dir einen Pipi-Wecker für deinen Hund stellst, du deinem Hund beibringst, dass es immer beim Schellen des Weckers rausgeht. Einige Hunde gewöhnen sich sogar an den zeitlichen Rhythmus und stehen dann alle 2 Stunden auf und wollen raus, obwohl ihre Blase längst länger aushalten würde. Besser ist es, auf die Anzeichen deines Hundes zu achten und bei Unruhe, ständigem Blick zur Tür oder vermehrtem Schnüffeln mit deinem Hund rauszugehen. Nachts kannst du z.B. einen Teil des Schlafzimmers begrenzen, damit du mitbekommst, wann dein Hund unruhig wird und ggf. nochmal raus muss.

  • Unser Tipp für dich: Behalte die Routinen und Regeln im Alltag, die für dich und deinen Hund sinnvoll sind, bei. Entwickle neue Routinen, die deinem Hund Sicherheit geben, aber dich in deinem Alltag nicht stressen.

Fehler Nr. 3: Fehlende Verlässlichkeit

Verlässlichkeit ist einer von 4 wichtigen Bindungsfaktoren für deinen Hund. Verlässlichkeit bedeutet, dass du klar mit deinem Hund kommunizierst, Regeln aufstellst und dafür sorgst, dass sie eingehalten werden. Überlege dir bereits vor dem Einzug deines Hundes, welche Grenzen es gibt, z.B. die Frage, ob dein Hund auf das Sofa oder ins Bett darf. Entscheide dich für oder gegen diese Grenzen und halte sie selbst ein und zwar immer! Wenn dein Hund nichts vom Tisch bekommen soll, dann gilt dies nicht nur von montags bis freitags, sondern auch am Wochenende und an Feiertagen. Wenn dein Hund den Besuch nicht anspringen soll, gilt dies ebenfalls immer! Dafür ist es nötig, deinem Hund zu zeigen, wie er sich in den genannten Situationen zu verhalten hat. Zeigt er ein unerwünschtes Verhalten in einer Situation, ist es an dir deinem Hund zu zeigen, wie er es richtig macht. Das bedeutet nicht, dass du deinen Hund bestrafen musst, sondern, dass du ihm ein neues Verhalten anbietest und ihm signalisierst, das dieses Verhalten in der dargestellten Situation gilt. Dafür ist konsequentes Handeln deinerseits nötig.

  • Unser Tipp an dich: Bleibe fair und halte dich selbst an die Regeln und Routinen, die du für deinen Hund aufgestellt hast. Auch wenn es manchmal schwerfällt, stärkst du durch deine einschätzbare Verhaltensweise die Bindung zu deinem Hund.

Von Sarah Mertes

Zertifizierte Hundetrainerin

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