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Hundetraining – 7 Schritte zum Ziel

Hast du dich jemals gefragt, warum es Hunde gibt, die super schnell lernen, im Training scheinbar stetig Fortschritte machen und ihrem Halter scheinbar nie Probleme bereiten? Während andere Hundehalter scheinbar komplett die Kontrolle über ihren Hund verloren haben und von einem Problem ins nächste rutschen?

Grund für diese zwei Typen von Mensch-Hund-Teams sind nicht etwa nur die Vorerfahrungen des Hundes, der vielleicht aus schlechter Haltung kommt oder auf der Straße gelebt hat. Auch die Erfahrung des Hundehalters spielt nicht immer eine Rolle. Der häufigste Grund, dass Hundehalter mit ihrem Hund ganz leicht in eine Abwärtsspirale rutschen ist, dass sie nicht wissen, wie sie etwas an der Situation ändern können.

Vielleicht hast du auch schon einmal eine Hundeschule besucht oder eine Einzelstunde bei einem guten Hundetrainer genommen. Ihr habt auch in den ersten Wochen kleine Fortschritte gemacht, seit dann aber doch wieder in alte Muster und Verhaltensweisen zurück gefallen. Keine Sorge, dir geht es wie den meisten Hundehaltern!

Ohne einen langfristigen Plan, brechen 99,9% der Hundehalter das Training mit ihrem Hund komplett ab, weil sie denken, dass das Training nicht zielführend ist.

Ich weiß, dass es super frustrierend sein kann, wenn du deine Ziele nicht erreichst, obwohl du scheinbar alles dafür gegeben hat, deswegen möchte ich dir heute ein System zeigen, welches im Hundetraining, wie auch im Leben IMMER funktioniert.

Mit 7 Schritten aus der Abwärtsspirale austreten:

Schritt 1 – Definiere dein genaues Ziel

Schritt 2 – Finde deinen Status Quo heraus

Schritt 3 – Plane die Route zu deinem Ziel

Schritt 4 – Lege Etappenziele fest

Schritt 5 – Fang endlich an!

Schritt 6 – Überprüfe deine Route und passe sie an

Schritt 7 – Durchhalten

Die meisten Hundehalter fragen sich jetzt, warum es denn so viele Mensch-Hund-Teams gibt, die Probleme haben, wenn es doch angeblich so einfach ist. Wichtig ist, dass du genau verstehst, was jeder Schritt genau bedeutet und ihn dann auch umsetzt. Mache dir bewusst, dass es KEINE Abkürzung auf diesem Weg gibt.

Schritt 1 – Definiere dein genaues Ziel

Du muss genau wissen, wo du hin möchtest, um dein Ziel zu erreichen.

Angenommen, du möchtest Urlaub in Österreich machen und planst mit dem Auto dort hinzufahren, wie gehst du vor? Wahrscheinlich gibst du als Ziel nicht einfach Österreich ins Navi ein und fährst los, oder? Viel eher suchst du vorher nach einem Hotel oder einer Ferienwohnung, planst was du dort alles erleben möchtest und hast ein ziemlich genaues Bild vor Augen, wie der Urlaub sein soll. Dann gibst du die genaue Adresse in dein Navi ein und fährst zu deinem Ziel.

Es reicht also nicht aus, einfach nur Österreich ins Navi einzutippen, um dein Urlaubsziel zu erreichen. Genauso wenig reicht es aus, zu sagen:

„Ich will, dass mein Hund nicht an der Leine zieht“ oder „Ich will, dass mein Hund besser auf mich hört“.

Das sind keine Trainingsziele!

Es ist wichtig, dass du dein Ziel glasklar definiert hast, bevor du das Training mit deinem Hund planst. Ansonsten wird dir auch das beste Trainingskonzept nicht weiterhelfen.

Schritt 2 – Finde deinen Status Quo heraus

Wenn du weißt, wo du hinwillst, musst du auch herausfinden, von wo du startest. Auch dein Navi berechnet für die Route die Strecke, von deinem aktuellen Standort bis zum Ziel. Genau das musst du auch im Hundetraining tun.

Bestimme deinen Status Quo mit deinem Hund

Dazu gehören beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten, die dein Hund zeigt und Managementmaßnahmen, wie du bisher damit umgegangen bist. Außerdem solltest du testen, wie gut die Grunderziehung deines Hundes ist und wie stark eure Mensch-Hund-Bindung ist.

Schreibe dir dann zu jedem Bereich euren Status Quo auf und beginne deine Route zu planen.

Schritt 3 – Plane die Route zu deinem Ziel

Jetzt ist es endlich soweit. Du weißt genau, was du mit deinem Hund erreichen möchtest und wo ihr jetzt gerade steht. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, die Route zu eurem gemeinsamen Ziel zu planen.

  1. Gestalte dir selbst einen Plan und probiere ihn einfach aus.
  2. Suche dir ein Vorbild oder einen Trainer, der bereits dort ist, wo du hin möchtest.

Wenn du dir selbst einen Plan gestaltest, musst du sehr strukturiert und vor allem reflektiert an das Training herangehen. Gerade als neuer Hundebesitzer ohne Vorerfahrung ist dieser Weg oft steinig und von vielen Umwegen gezeichnet. Trotzdem wirst du auf diesem Weg viel lernen und daher habe ich ihn auch hier aufgelistet.

Der zweite Weg hingegen ist meistens einfacher, sofern du dein Vorbild bzw. deinen Trainer mit bedacht wählst. Orientiere dich an bewehrten Methoden, anstatt das Rad neu zu erfinden.

In unserer App hast du über 200 Videos, die dir fachlich geprüfte Anleitungen mit an die Hand geben. Falls unsere Videos dir nicht bei deinem Problem weiterhelfen, kannst du dich bei unseren zertifizierten Hundetrainern über die Chat-Funktion melden und wir helfen dir dabei, deine Route zu planen.

Schritt 4 – Lege Etappenziele fest

Damit deine Motivation und auch die deines Hundes während eurer Reise zum Ziel hoch bleibt, solltest du dir Etappenziele überlegen. Im Hundetraining empfehle ich dir kleine Wochenziele und etwas größere Monatsziele.

Beispiel:

Wenn mein Endziel ist, dass mein Hund an lockerer Leine aufmerksam neben mir her geht, dann könnten meine Etappenziele so aussehen:

Wochenziel 1: Ziel ist es, dass der erste Schritt aus der Haustür an lockerer Leine erfolgt und mein Hund mich dabei ansieht.

Monatsziel: Ziel ist es, dass mein Hund die 200 Meter bis zu unserem Haus an lockerer Leine geht. Falls die Leine sich spannt, soll er selbst das Tempo regulieren, bis die Leine wieder locker ist.

Um dein Etappenziel zu überprüfen, solltest du dir einen „Prüfungstag“ pro Woche und einen pro Monat eintragen. So kannst du kontrollieren, ob ihr bereit für den nächsten Schritt seid oder noch weiter an eurem Etappenziel arbeiten müsst.

Schritt 5 – Fange endlich an

Im Hundetraining, wie auch im Leben, gibt es nie den einen richtigen Moment, um endlich anzufangen. Uns Menschen fallen meistens 1000 Ausreden ein, warum noch nicht der richtige Zeitpunkt ist oder wir warten, dass uns noch die eine neue Leine oder der Clicker fehlt, um endlich zu starten. Fakt ist, um mit deinem Hund zu trainieren, brauchst du kaum etwas, bis auf eine Leine und ein Halsband, also nimm dir deine Fellnase und fang endlich an!

Schritt 6 – Überprüfe deine Route und passe sie an

Nachdem du ca. 2 Wochen trainiert hast, solltest du überprüfen, wie weit du deinem Ziel näher gekommen bist und an welchen Stellen es noch Schwierigkeiten gibt. Kommst du mit einer Methode überhaupt nicht weiter, ist es überhaupt nicht schlimm, wenn du einen anderen Ansatz stattdessen wählst und damit fortfährst.

Für alle Pupy Pro User gibt es die Möglichkeit, sich in unserem Chat Unterstützung durch zertifizierte Hundetrainer zu holen. Kommst du an einer Stelle im Training also nicht weiter, werden wir dir dabei helfen, eine Lösung und ggf. einen alternativen Trainingsansatz zu finden.

Schritt 7 – Durchhalten

Hunde lernen in den Momenten am besten, in denen sie nicht das machen, was wir gerne möchten.

Jeder kennt die Situation, dass das Training einige Wochen super läuft und plötzlich kommt Tag XY und er tut so, als wüsste er kein einziges Kommando mehr. Die meisten Hundehalter hassen solche Tage und fühlen sich von ihrem Hund beinahe verraten.

Mittlerweile muss ich gestehen, dass ich solche „Charaktertage“ liebe! Der Grund dafür ist, dass Tage an denen mein Hund nicht hören möchte, die Tage sind, an denen ich meinem Hund zeigen kann, dass unsere abgemachten Regeln trotzdem gelten. Hat mein Hund das verstanden, lernt er an diesem „Charaktertag“ mehr als in allen Übungsstunden, die wir gemeinsam hatten.

Wichtig ist, dass wir solche Tage nutzen und konsequent bleiben, anstatt eine „einmalige Ausnahme“ zu machen. Ausnahmen werfen uns im Training IMMER zurück, weil dein Hund mit einem unerwünschten Verhalten Erfolg hatte und wir es durch unserer „Ausnahme“ auch noch ganz unbewusst bestätigen.

Deshalb mein Tipp: Warte auf diese „Charaktertage“ und heiße sie herzlichst willkommen. Denn wenn du dir bewusst bist, dass diese Tage den größten Lernerfolg bringen, dann ist es ein Leichtest auf „Ausnahmen“ zu verzichten, auch wenn es anstrengend ist!

Von Sarah Mertes

Zertifizierte Hundetrainerin

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