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Können Hunde Angst riechen? Wie gut können Hunde wirklich riechen?

Der Geruchssinn unseres Hundes ist vergleichbar mit einem Hochleistungscomputer. Mit ihren über 220 Millionen Riechzellen (vgl. der Mensch hat ca. 5 Millionen), riechen Hunden je nach Rasse 10 000 bis 100 000 Mal besser als wir Menschen. Kein Wunder also, dass der Hundenase erstaunliche Fähigkeiten und Einsatzbereiche zugeschrieben werden.

“Mein Hund liest Zeitung”

… diese Aussage hören wir häufig von Hundehaltern, wenn die geliebte Fellnase gerade mal wieder mit Schnüffeln und Markieren beschäftigt ist. Und tatsächlich, es stimmt! Der Geruchssinn und die soziale Interaktion deines Hundes sind stark miteinander verknüpft. Wenn Hunde sich z.B. gegenseitig an ihren Geschlechtsteilen riechen, tauschen sie ähnlich viele Informationen aus, wie wenn wir uns das Instagramprofil unserer Freunde anschauen – der Unterschied, die Informationen, die Hunde über chemische Botenstoffe (Pheromone) teilen, sind ungefiltert und echt.

Welche Informationen werden über den Geruch vermittelt?

  • Alter
  • Geschlecht
  • Gesundheitszustand
  • Reproduktionsstatus (Ist mein gegenüber Paarungsbereit?)
  • Sozialer Status
  • Gemütszustand
  • Verwandtschaftsgrad
  • Genetische Unterschiede
  • Herkunft (Wo war mein Gegenüber gerade?)
  • u. v. m.

Hunde kommunizieren hauptsächlich Informationen zu Territorial- und Sexualverhalten sowie über die Mutter-Kind-Bindung.

Können Hunde also auch Angst riechen?

Dass wir Stimmungen auf unseren Hund übertragen können, ist bereits keine wissenschaftliche Neuheit mehr. Doch spielt neben Mimik, Gestik und unserem veränderten Her-Kreislauf-System auch unser Geruch eine tragende Rolle bei der Stimmungsübertragung?

Anhand von Schweißproben (von glücklichen Menschen, ängstlichen Menschen und neutralen Menschen) wurde untersucht, ob Hunde Angst wirklich riechen können. Die Ergebnisse zeigten, dass Hunde tatsächlich ein verändertes Verhalten bei den Schweißproben von angsterfüllten Menschen zeigten im Vergleich zu den glücklichen und neutralen Menschen. Eine erhöhte Herzschlagrate, unsicherer und häufiger Blickkontakt zum Halter zeigten an, dass Angst für unsere Hunde sehr wohl über den Geruchssinn wahrgenommen werden kann. Vermutlich dient diese Fähigkeit dazu, dass Hunde die Gefühle ihrer Menschen so besser einschätzen können.

Somit lernen wir mal wieder, dass wir unserem Hund wirklich nichts vorzuspielen brauchen, er hat uns schon lange durchschaut bzw. den Braten gerochen, ehe wir selbst wissen, was wir eigentlich gerade fühlen.

Wenn du die Nase deines Hundes jetzt so richtig auf den Prüfstand stellen möchtest, dann lade dir unsere App herunter und bringe deinem Hund “Die Geldsuche” bei! Du wirst staunen, wie präzise der Geruchssinn deines Hundes ist und lernst deinen Hund noch besser kennen.

Von Sarah Mertes

Zertifizierte Hundetrainerin

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