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Rückruftraining – Meinem Hund HIER beibringen

Der Rückruf ist eines der wichtigsten Dinge, die dein Hund für den sicheren Freilauf lernen muss. Ohne einen sicheren Rückruf kann dein Hund sich selbst und Andere gefährden und ein entspannter Spaziergang ist im Freilauf ist unmöglich.

Hast du derzeit Probleme mit dem Rückruf oder möchtest deinem Hund nun Schritt für Schritt den sicheren Rückruf beibringen, ist dieser Beitrag genau richtig für dich. Wir verraten dir die besten Tipps, wie auch dein Hund den sicheren Rückruf lernen kann.

Klassische Fehler beim Rückruf

Vielleicht hast du schon damit begonnen, deinen Hund auf eine bestimmte Art und Weise zu rufen oder steckst schon mitten im Rückruftraining. Dann solltest du auf jeden Fall folgende Fehler vermeiden:

Deinen Hund immer nur rufen, wenn du ihn anleinen möchtest

Wird dein Hund immer nur gerufen, wenn er daraufhin angeleint wird, hat der Rückruf für ihn eine negative Bedeutung. Den das Rückrufsignal bekommt die Bedeutung “Jetzt ist der Spaß vorbei!”.

Deinen Hund immer rufen, wenn ein anderer Reiz auftaucht z.B. andere Hunde, Menschen oder andere Tiere

Natürlich solltest du deinen Hund rufen, wenn Gefahr im Verzug ist – jedoch nicht NUR in solchen Situationen. Dein Hund wird nach und nach herausfinden, was es mit dem Rufen auf sich hat und sich umschauen, von welchem spannenden gesehen, du ihn wegholen möchtest.

Du nennst das Rückrufsignal mehrmals

Weniger ist mehr! Das gilt besonders beim Nennen des Rückrufsignals. Dein Hund sollte lernen, auf dein erstes Rufen zu reagieren und zu kommen. Kommt er hingegen erst beim dritten, vierten oder gar zehnten Mal, lernt er, dass er selbst entscheiden kann, wann er auf dein Rufen reagiert und widmet zunächst dem Reiz, der gerade spannender für ihn ist. Hast du bereits ein Rückrufsignal sehr häufig verwendet, dein Hund hört aber immer noch nicht auf dein erstes Rufen, dann empfiehlt es sich, nochmal mit einem ganz neuen Signal zu starten, z.B. ein anderes Wort oder sogar eine Hundepfeife.

Mit dem Rückruf beginnen:

Zu Beginn des Rückruftrainings, solltest du zunächst ein Signal festlegen, auf das dein Hund zu dir kommen soll. Wir empfehlen dir, sofern deine letzten Trainingsversuche mit dem alten Rückrufsignal gescheitert sind, ein komplett neues Signal zu verwenden.

Hier sind einige Beispiele:

  • Wortsignale: “Avanti”, “Aqui”, “Hier”, “Dottie”, “Kiwi”
  • Akustische Signale: Hundepfeife

Wichtig: Der Name deines Hundes, ist kein Rückrufsignal und dient lediglich dazu, dass dein Hund aufmerksam auf dich wird, wenn du den Namen nennst.

Trainingsübung:

Zunächst soll dein Hund das neue Rückrufsignal mit einer besonderen Belohnung (Jackpot) verknüpfen. Der Grund dafür ist, dass das neue Signal zunächst noch keine Bedeutung für deinen Hund hat. Das änderst du, indem du deinen Jackpot bereithältst, das neue Rückrufsignal gibst und deinen Hund sofort mit dem Jackpot dich an deinem Körper belohnst. Bewege dich dabei ruhig ein paar Schritte rückwärts, um deinen Hund einzuladen, zu dir zu kommen. Dein Hund sollte bei der Übung nicht weit entfernt von dir sein.

  • Eine Videoanleitung zu dieser Übung findest du in unserer App unter der Kategorie “Rückruftraining”.

Wichtig: Das erste Training sollte in einer ablenkungsarmen Umgebung stattfinden, z.B. im Garten oder auf einem ruhig gelegenem Gelände.

Verstärker richtig nutzen

Deine Jackpotbelohnung dient im Rückruftraining als positiver Verstärker. Das bedeutet, dass das Verhalten deines Hundes über den Jackpot verstärkt wird und zukünftig häufiger und intensiver gezeigt wird. Dein Verstärker muss aber nicht zwangsweise Futter sein! Finde heraus, was deinen Hund am meisten motiviert.

Einige Beispiele für Verstärker:

  • Leckerlis (z.B. Leberwurst, Käsewürfel usw.)
  • Hundefutter (einen Teil der täglichen Futterration, aber nicht ALLES!)
  • Spielzeug (ein Spielzeug, welches dein Hund besonders gerne mag, aber nicht ständig bekommt)
  • Ein gemeinsames Spiel mit dir (Sozialspiel)

Zu Beginn des Trainings empfehlen wir dir, mit einem für deinen Hund hochwertigen Verstärker zu arbeiten. Sobald das Rückrufsignal erfolgreich verknüpft wurde, kannst du Abwechslung ins Training bringen, indem du die Verstärker variierst. Überrasche deinen Hund mit deiner Kreativität und passe die Belohnung seinen Bedürfnissen an. Manchmal kann auch ein erneutes Schicken in den Freilauf, die beste Belohnung sein!

Generalisierung und Ausbau des Rückrufs

Hat dein Hund verstanden, dass beim ertönen des Rückrufsignals etwas Tolles an deiner Seite passiert, wird er, sobald das Signal ertönt unter geringer Ablenkung bereits zu dir kommen. Damit du dein Rückrufsignal aber auch im Hundepark und bei höherer Ablenkung nutzen kannst, ist es wichtig, dass dein Hund lernt, dass das Rückrufsignal auch gilt, wenn dein Hund gerade mit einem anderen Reiz beschäftigt ist oder er sich in einer anderen spannenden Umgebung befindet.

Das Training mit der Schleppleine

Das beste Hilfsmittel für den sicheren Rückruf ist die Schleppleine. Diese wird am Geschirr deines Hundes eingehakt und sollte ca. 5 Meter lang sein. Längere Leinen sind meist unhandlich und für das Training auch nicht nötig.

Baue jetzt immer kleinere Ablenkungen ins Training ein, z.B. indem du eine zweite Person bittest deinen Hund zu sich zu locken. Rufe deinen Hund über das Rückrufsignal und gebe, falls dein Hund nicht reagiert, einen ganz leichten Impuls über die Schleppleine. Hier geht es nicht darum, deinen Hund zu dir heranzuziehen, sondern darum, dass dein Hund seine Aufmerksamkeit von der Ablenkung auf dich umlenkt. Sobald dein Hund sich in deine Richtung bewegt, beginnst du ihn verbal zu loben. Bei dir angekommen, bekommt er seine Belohnung. In diesem speziellen Fall könnte die Belohnung auch so aussehen, dass du gemeinsam mit deinem Hund zu der Ablenkung gehst und ihm dort eine Freigabe gibst.

Mehr Tipps und Schritt für Schritt Videoanleitungen erhältst du in unserer App!

Viel Spaß und Erfolg beim Training mit deinem Hund

Dein Pupy-Team 🐶

Von Sarah Mertes

Zertifizierte Hundetrainerin

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