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An der Leine laufen – 3 einfache Tipps, wie dein Hund aufhört an der Leine zu ziehen.

Die Leinenführigkeit ist eines der Dinge, mit denen die meisten Mensch-Hund-Teams Probleme haben. Oft wird das Thema, dann irgendwann verworfen, der Hund an die Flexi-Leine genommen und so weitestgehend der Problematik aus dem Weg gegangen, solange man nicht gerade mit seinem Hund an kurzer Leine gehen muss. Das Problem ist nur, so wird dein Spaziergang niemals harmonisch werden und bedeutet für dich und deinen Hund Stress!

Wir zeigen dir heute 3 einfache Tipps, mit denen du sofort deine Leinenführigkeit verbessern kannst und das ohne ein Kommando, wie “Bei Fuß” zu etablieren. Mit diesen Tipps helfen wir dir dabei, selber die Leinenführigkeit zu lernen:

Fokus nach vorne nicht auf dem Hund!

Oft bekommen wir es gar nicht mit, dass wir unseren Fokus während des Spaziergangs auf unseren Hund lenken. Dieser Vorgang passiert überwiegend schleichend, wenn dein Hund noch sehr jung ist. Läuft ein Welpe dir zumeist noch hinterher, entwickelt er mit der Zeit jedoch den kleinen Entdecker in sich und mag die Welt auf eigene Faust erkunden. Den ersten leichten Zug an der Leine, bekommen wir meist gar nicht mit, da wir so fasziniert von unserem süßen kleinen Welpen sind, der gerade einem Schmetterling hinterher springt.

Passiert ist passiert!

Wichtig ist, dass du nun den Fokus wieder weg von deinem Hund und hin auf dein Ziel richtest. Gebe einem Leinenzug deines Hundes nicht nach, sondern bleibe auf deinem Weg und gehe ihn weiter. Das bedeutet auch, dass du auf dem Spaziergang vorausschauend handeln solltest.

Orientierung am Menschen üben

Damit dein Hund jetzt natürlich nicht von dir von A nach B gezogen wird, sondern lernt sich an dir zu orientieren, ist es sinnvoll über Führmethoden zu sprechen und diese immer wieder zu trainieren.

In unserer App stellen wir dir 3 Führmethoden vor, wie du mit deinem Hund mehr die Orientierung am Menschen trainieren kannst.

Eine Möglichkeit ist z.B. durch Richtungswechsel, deinem Hund zu zeigen, dass es sich lohnt sich an dir zu orientieren. Für diese Übung suchst du dir eine freie Fläche im Park oder auf einer Wiese und gehst mit deinem Hund an langer Leine los und wechselst immer wieder spontan die Gehrichtung, wenn dein Hund dich überholen sollte. Am Anfang ergibt es Sinn immer die entgegengesetzte Richtung deines Hundes anzusteuern. Folgt dein Hund dir daraufhin, wird er verbal gelobt. Bekommt er den Richtungswechsel mit, ohne dass ein Zug auf der Leine entsteht, kannst du ihn auch mit Futter, einem Spiel oder dem Freilauf belohnen.

Eine Alternative dazu ist es, deinem Hund durch ein leichtes Zuppeln an der Leine zu signalisieren, dass er die Grenze der Leine erreicht hat und langsamer werden soll. Diese Methode eignet sich besonders gut, um deinem Hund früh beizubringen, dass er nicht ziehen soll. Für Hund, die bereits in die Leine rennen, ist sie jedoch nicht zu empfehlen.

Die letzte Methode, die besonders für Hunde geeignet sind, die auf bestimmte Reize mit Leinenzug reagieren, ist es deinen Hund über deinen Körper zu blocken. Dazu drehst du dich gegen deinen Hund und beugst dich leicht über ihn. So setzt du eine klare räumliche Grenze. Anschließend ist es hier wichtig, deinen Hund wieder dazu zu animieren neben dir zu laufen, indem du ihn freundlich körpersprachlich dazu aufforderst. Die Balance zwischen Abbruch und Versöhnung ist hier entscheidend für den Lernerfolg deines Hundes. Deshalb empfehlen wir dir, dich bei Fragen an unsere Trainer im Chat zu wenden.

Kommuniziere mit deinem Hund

Damit du auf deinem Spaziergang auch fair bleiben kannst und deinen Hund nicht einfach für etwas bestrafst, was er gar nicht mitbekommen hat, ist es wichtig, dass du lernst, mit deinem Hund zu kommunizieren. Kündige deinem Hund an, wenn du stehenbleibst oder losläufst, indem du ihn mit seinem Namen ansprichst und ihm ggf. auch ein Signal für Stopp oder Weiter gibst. Zudem kann es sehr hilfreich sein, deinem Hund über ein Ritual oder ein anderes Signal zu zeigen, wann er an kurzer Leine laufen soll und wann er Zeit hat, um sein Geschäft zu erledigen und Hundsein zu dürfen. Wir empfehlen dazu unseren Kunden gerne den Wechsel zwischen Halsband und Geschirr. Am Halsband soll dein Hund mit seiner Aufmerksamkeit bei dir bleiben und auf deine Signale achten. Hier solltest du dann auch konsequent bleiben und auf das Ziehen mit einer der 3 Führmethoden reagieren und deinen Hund loben, wenn er gut läuft. Beim Wechsel auf das Geschirr, bekommt dein Hund mehr Leine und kann auch mal leicht zu einem bestimmten Ziel hinziehen. Das Ganze nennen wir auch gerne Freizeitmodus, weil es dir als Hundehalter ebenfalls ermöglicht nicht die ganze Zeit auf die Leinenführigkeit zu achten. Dein Hund kann solche Unterschiede (Geschirr vs. Halsband) erkennen und lernt so sich angemessen der Situation zu verhalten.

Tipp: Wenn du mal einen schlechten Tag hast und weißt, dass du heute keine Lust hast, deinen Hund für irgendetwas zu korrigieren oder ähnliches → Nimm das Geschirr! Wir haben alle mal diese Tage ☺️.

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Anspringen abgewöhnen – Die besten Tipps

Was beim Welpen süß ist, kann bei deinem ausgewachsenen Hund schnell zu einem ungewollten Verhalten werden – das Anspringen! Tatsächlich ist Anspringen eines der Top 10 Probleme im Alltag mit Hunden.

Doch Anspringen ist nicht gleich Anspringen – Was kann die Motivation dahinter sein?

Es gibt Hunde, die einfach gelernt haben, dass anspringen Spaß bringt. Diese Art des Anspringens, hast du als Hundehalter meistens dadurch gefördert, dass du, während dein Hund noch ein kleiner, süßer Welpe war, besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hast, wenn dieser mit seinen kleinen Pfoten an dir hochgesprungen ist.

Anspringen ist für Welpen ein sinnvolles Verhalten, da sie über das Springen die Lefzen der Mutter ablecken konnten. Dieses Verhalten sorgte dafür, dass die Mutterhündin beschwichtigt wurde und/oder Nahrung für ihre Welpen hervorwürgte.

Lösung: Du musst deinen Welpen von Beginn an zeigen, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist. Dazu kannst du dich einfach auf eine Ebene mit deinem Hund begeben und ihn nur dann streicheln, wenn er mit allen Füßen auf dem Boden bleibt. Springt er an dir hoch, verschränkst du die Arme vor der Brust und unterbrichst die Interaktion mit deinem Welpen. Sobald er wieder alle Pfoten auf dem Boden hat, schenkst du ihm wieder Aufmerksamkeit.

Dann gibt es Hunde, die ein eher unsicheres und skeptisches Verhalten an den Tag legen und in stressigen oder überfordernden Situationen springen, um ihren Stress zu managen. Hier kann Springen eine Übersprungshandlung sein, also ein Verhalten in einer Konfliktsituation, welches nicht angemessen zur eigentlichen Situation passt.

Lösung: Hier solltest du den Fokus eures Trainings auf Selbstbewusstsein legen. Zudem solltest du deinen Hund in unsicheren Situationen Schutz geben können. Dies funktioniert allerdings nur bei einer guten Mensch-Hund-Bindung. Erst danach, kann mit dem eigentlichen Training begonnen werden.

Anspringen, kann auch zur Distanzvergrößerung genutzt werden. Dein Hund hat also irgendwann gelernt, dass er Menschen oder andere Lebewesen durch sein Springen auf Abstand halten kann. Somit ist es ein erlerntes Verhalten, welches immer dann für deinen Hund bestätigt wird, wenn dein Hund durch das Springen mehr Raum bekommt.

Lösung: Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Individualdistanz des Hundes, besonders von fremden Menschen nicht einfach unterschritten wird. Stattdessen kann dein Hund lernen selbst auf diese Menschen zuzugehen. Besuch sollte darüber aufgeklärt werden, dass dein Hund es nicht mag von Fremden gestreichelt zu werden.

Anspringen abgewöhnen – So geht’s:

Wenn du sichergestellt hast, dass dein Hund dich oder andere anspringt, weil er gelernt hat dadurch Aufmerksamkeit zu bekommen, dann kannst du folgendes tun:

  • Bleibe selbst immer ruhig – so nimmst du die Energie raus.
  • Wenn dein Hund an dir hochspringt, setzt du ein deutliches Abbruchsignal z.B. “Nein” und schubst ihn kontrolliert aber deutlich zurück auf den Boden. (Ungewünschtes Verhalten abbrechen)
  • Anschließend forderst du deinen Hund freundlich auf zu dir zu kommen, um neben dir herzulaufen. (Alternatives Verhalten einfordern)
  • Sobald dein Hund sich jetzt ruhig verhält, lobst du ihn mit freundlicher Stimme, gehst mit ihm auf eine Ebene und streichelst ihn. (Versöhnung und Stressabbau)
  • Sobald er erneut versucht zu springen, brichst du freundliche Interaktion ab, gibst dein Abbruchsignal und kreuzt deinem Hund den Weg. (Konsequent Regeln einhalten und durchsetzen)

Der Wechsel zwischen Abbruch des Verhaltens und Versöhnung ist entscheidend. Dein Hund wird durch ein deutliches Abbruchsignal nicht verunsichert, sondern lernt sich an dir zu orientieren, was ihm Sicherheit vermittelt.

“Hunde sind soziale Tiere, die ihre Grenzen austesten. Als Hundehalter hast du den Job deinem Hund Grenzen zu setzten und ihm somit Orientierung zu geben, was richtig und was falsch ist.”

Mehr Tipps zum Training findest du in unserer App! Bei individuellen Fragen zum Verhalten deines Hundes, unterstützen wir dich gerne in unserem Trainer-Chat.

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Tipps & Tricks

Hund ohne Hundeschule erziehen – geht das?

Die Hundeschule gehört für viele Neu-Hundehalter quasi mit zur Erstausstattung, doch spätestens seit der Coronapandemie, stellen sich viele Hundehalter die Frage, ob sie ihren Hund auch ohne Hundeschule erziehen können.

Damit wir dieser Frage nachgehen können, ist es wichtig zu verstehen, was Hundeerziehung überhaupt bedeutet.

Was ist Erziehung?

Bei der Erziehung geht es in erster Linie darum, deinen Hund mit den Regeln und Leitlinien für das Zusammenleben vertraut zu machen. Dazu gehört die Kommunikation mit Artgenossen und dem Menschen, die Gewöhnung an die neue Umgebung und Umwelt, das Erlernen von Regeln und Grenzen im Zusammenleben mit dem Menschen und anderen Lebewesen im neuen Zuhause sowie die Kompetenz Probleme zu lösen, mit Stress umzugehen und gewisses Maß an Frustration auszuhalten.

Das Erlernen von Kommandos, wie Sitz, Platz, Fuß sind Kompetenzbereiche aus dem Hundetraining und bauen auf dem Gerüst der Hundeerziehung auf. Ohne die Grundlage einer guten Hundeerziehung, kann ein Hund zwar trainiert werden, jedoch schütz es nicht vor Verhaltensauffälligkeiten, eine gute Erziehungsarbeit hingegen schon.

Was macht die klassische Hundeschule?

In einer klassischen Hundeschule beginnt der Einstieg in der Regel mit der Welpengruppe. Hier gibt es zwei grundlegende Gruppen zu unterscheiden:

Welpenspielgruppe:

  • Hier liegt der Fokus auf der Sozialkompetenz der Welpen.
  • Die Gruppen sind nicht größer als maximal 6 Hunde.
  • Es wird darauf geachtet, dass die Hunde sich nicht hetzen oder gar mobben.
  • Es werden den Hunden natürliche Reize präsentiert, die in ihrer Umwelt und im Alltag vorkommen.
  • Die Hunde werden nicht sich selbst überlassen und der Hundetrainer kann das Verhalten der Hunde deuten, Fragen beantworten und greift ein, wenn es nötig ist.

Welpenschule:

  • Hier liegt der Fokus auf dem Erlernen erster Kommandos.
  • Die Welpen lernen bereits Sitz und Platz sowie kleine Strecken an der Leine zu laufen und auf ihren Namen und Rückruf zu hören.
  • Es gibt selten bis keine Spielpausen.
  • Die Gruppengröße ist meist > 6 Hunde.
  • Der Hundetrainer zeigt dir, wie dein Hund in ein bestimmtes Verhalten gebracht werden kann und nutzt dabei lerntheoretische Methoden z.B. Klassische und/oder Operante Konditionierung.

Ausnahmen: Natürlich gibt es auch Hundeschulen, die in ihrer Welpengruppe Sozialkompetenz und das Training der Grundkommandos mischen. Wenn du dich für eine von beiden Gruppen entscheidest, solltest du die verantwortungsvolle Spielgruppe immer vorziehen. Das Erlernen von Kommandos hat bei der Hundeerziehung keinen wichtigen Stellenwert und kann auch nach der Pubertät problemlos trainiert werden. Eine gute Sozialkompetenz hingegen muss spätestens bis zum 6. Lebensmonat erlangt werden und sollte im besten Fall schon beim Züchter erfolgen und später im neuen Zuhause weiter ausgebaut werden.

Nach der Welpengruppe, wird spätestens der Fokus auf das Trainieren von Kommandos gelegt. Dein Hund lernt, Sitz, Platz, Fuss laufen, den Rückruf sowie neue Beschäftigungsmöglichkeiten kennen.

Können Verhaltensprobleme durch die Hundeschule vorgebeugt werden?

Diese Frage, kann leider nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden. Da es auch einige Hundeschulen gibt, die viel Wissen zur Hundeerziehung vermitteln und somit den Hundehaltern gute Voraussetzungen dafür geben, dass ihr Hund gut erzogen wird. Jedoch können Verhaltensprobleme auch aufgrund negativer Erfahrungen entstehen, die nach der Hundeerziehung stattgefunden haben.

Verhaltensprobleme, die durch die Kontrolle des Halters beeinflussbar sind, z.B. Anspringen, Futter stehlen oder das Jagen von Joggern und Radfahrern, können in der Regel nicht durch einen Besuch in der Hundeschule vorgebeugt werden und können je nach fehlender Kompetenz der Hundeschule manchmal sogar verstärkt werden.

Wie kann ich meine Entscheidung für oder gegen eine Hundeschule fällen?

Die Verunsicherung bei der Suche nach der richtigen Hundeschule ist groß, daher ist es nicht nur wichtig sich ausgiebig über die Arbeit und Erfahrung der Hundetrainer zu informieren, sondern vor allem sich auch selbst Wissen über Hunde anzueignen. Hunde lernen am besten im Alltag, was auch bedeutet, dass die Hundeschule allein, niemals reichen wird, deinen Hund zu erziehen. Wir empfehlen daher immer den Besuch einer Welpenspielstunde, um die soziale Kompetenz deines Hundes zu fördern, zudem solltest du dich gründlich über das Verhalten von Hunden informieren und Zuhause die Erziehung deines Welpen verantwortungsvoll übernehmen. Dabei lässt du dich am besten durch einen Trainer unterstützen, z.B. mithilfe unseres Trainer-Chats in der Pupy App. Der Besuch eines fortgeschrittenen Kurses in der Hundeschule macht vor allem dann Sinn, wenn du dich gerne mit anderen Hundehaltern austauscht und gefallen daran findest, auf einem Hundeplatz zu trainieren. Es ist jedoch kein Muss und dein Hund ist nicht automatisch schlechter erzogen, wenn du darauf verzichtest. Alles kann, nichts muss!