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Hund Sitz beibringen – Die besten 5 Tipps

Das Kommando “Sitz” ist meistens das Signal im Hundetraining, das du deinem Hund beibringst. Es ist eine einfach auszuführende Bewegung, die dein Hund bereits im Alltag häufig zeigt. Damit dein Hund diese Bewegung auf deine Hand oder Wortsignal ausführt, braucht es allerdings ein wenig Übung.

Warum sollte dein Hund “Sitz” lernen?

Das Sitz ist eine Position, die dein Hund immer dann einnehmen kann, wenn er Blickkontakt mit dir aufnehmen möchte. Daher eignet sich diese Position besonders gut in Hundebegegnungen, an einer befahrenen Straße oder unüberschaubaren Situationen.

Ist dein Hund also unsicher, kannst du ihm durch dein Sitz-Signal eine Bewältigungsstrategie (”Bleibst du neben dir sitzen, wird nichts passieren.”) anbieten. Ein anderer wichtiger Punkt sind Untersuchungen beim Tierarzt. In der Sitzposition lassen sich viele Untersuchungen z.B. Krallen schneiden oder Blut abnehmen besser durchführen. Wenn dein Hund mit der Sitzposition vertraut ist und gelernt hat, dass alles gut ist, solange er in dieser Position bleibt, können solche Untersuchungen stressfreier ablaufen.

Neben all den sinnvollen Eigenschaften im Alltag, ist das Beibringen von Grundkommandos, wie “Sitz” und “Platz” aber auch kognitiv eine tolle Beschäftigung für deinen Hund.

5 Tipps, wie dein Hund leichter das Kommando “Sitz” lernt.

1| Die richtige Motivation

Damit dein Hund ein bestimmtes Verhalten ausführt, muss ihn das Verhalten motivieren bzw. sich für ihn lohnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du Futter, ein Spielzeug oder etwas anderes nutzt, um deinen Hund zu motivieren. Viele Hunde mögen eine Kombination aus Futter und gemeinsamen Spiel.

2| Wenig Ablenkung

Besonders, wenn du mit einem Welpen trainierst, ist es wichtig, dass zu Beginn des Trainings wenig Ablenkungen im Raum sind. Am besten startest du mit dem Training im eigenen Zuhause. Später, wenn dein Hund das Kommando drinnen schon zuverlässig ausführt, kannst du langsam die Ablenkungen intensivieren und mit deinem Hund z.B. in den Garten gehen, auf ein Feld oder später sogar in den Wald. Wichtig ist, dass du das neue Kommando “Sitz” nachher an so vielen Orten, wie möglich übst.

3| Immer der Hand nach

Aufgrund der Domestikation des Hundes, haben Hunde eine natürliche Gabe auf Zeiggesten des Menschen zu reagieren. Der Hand zu folgen, ist für Hunde eine sinnvolle Verhaltensweise. Das kannst du dir zu nutzen machen, wenn du deinem Hund sitz beibringen möchtest. Nehme dafür einfach etwas Futter oder ein Spielzeug in die Hand und führe sie langsam über den Kopf deines Hundes. Dieser kann den Blick irgendwann nicht mehr standhalten und muss sich dafür hinsetzten.

4| Erst die Bewegung, dann das Kommando

Wenn du herausgefunden hast, wie du deinen Hund am besten in die Sitzposition bringst, wiederholst du diese Bewegung einige Male und belohnst deinen Hund IMMER, wenn er sich in der Sitzposition befindet. Ist die Bewegung irgendwann geschmeidig, kannst du dein Wortsignal einführen, indem du es mit 1 Sekunde Abstand vor deiner Handbewegung sagst. Je häufiger du jetzt das Kommando “Sitz” sagst und dein Hund sich daraufhin setzt, desto besser verknüpft sich dein Wortsignal mit dem ausführenden Verhalten deines Hundes. Nach einigen Wiederholungen, lässt du dann nach und nach dein Handzeichen weg und schaust mal, ob dein Hund allein auf dein Wortsignal reagiert.

5| Erfolgserlebnisse

Achte darauf, das Training mit deinem Hund immer dann zu beenden, wenn es besonders gut läuft und ihr beide Spaß am Training habt. Das ist wichtig, damit die Motivation beim nächsten Mal wieder da ist, mit dir zusammen zu trainieren. Ein guter Abschluss nach dem “Sitz”-Training wäre z.B. ein gemeinsames Spiel. Sitz ist eine relativ unspannende Übung für deinen Hund, durch das gemeinsame Spiel im Anschluss, wird trotz des eher langweiligen Trainings das Hormon Dopamin (Glückshormon) ausgeschüttet, welches das Lernen erleichtert. So gelangen Informationen schneller vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis und dein Hund erzielt schneller Fortschritte.

Eine Schritt-für-Schrittvideoanleitung zum Kommando “Sitz” erhältst du in unserer App!

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Hund frisst nicht – Ursachen und Tipps bei Futterverweigerung

Lässt dein Hund plötzlich seinen vollen Napf einfach stehen? Oder frisst sein Futter mit langen Zähnen, obwohl er es früher immer gemocht hat? In solchen Fällen spricht man von einer Fressstörung. Diese Fressstörung, kann sowohl gesundheitliche Ursachen haben, kann aber auch eine Verhaltensauffälligkeit sein, die aufgrund von Entwicklungsstadien (Pubertät), schlechten Erfahrungen oder Stress entstanden ist.

Ursachen für Futterverweigerung

Gesundheitliche Ursachen

Neben verschiedenen Magen-Darm-Erkrankungen, können auch Zahnschmerzen, Verletzungen und Entzündungen in der Mundhöhle sowie Erkrankungen anderer Organe, die Ursache für die Appetitlosigkeit deines Hundes sein. Zeigt dein Hund vermehrte Stressanzeichen, wie Hecheln, Rastlosigkeit oder sogar Anzeichen von Schmerzen z.B. angespannter Bauch, häufiges Strecken oder einen gekrümmten Rücken solltest du ihn auf jeden Fall bei deinem Tierarzt vorstellen, um die Ursache für die Schmerzen abzuklären.

Stress als Ursache

Auch Stress kann deinem Hund auf Magen und Appetit schlagen. So kann eine ungewohnte oder neue Situation, wie beispielsweise ein Urlaub, Umzug, ein neues Familienmitglied oder auch nur ein Ausflug in eine neue Umgebung dazu beitragen, dass dein Hund akuten Stress erfährt. Nicht jeder Hund reagiert gleich auf Stress, so können neben Appetitlosigkeit auch weitere Verhaltensänderungen einhergehen. Mehr zum Thema Stress findest du HIER.

Futterprägung als Ursache

Bereits vor der Geburt werden werden dem Ungeborenen Hund im Mutterleib Informationen über die Nahrung vermittelt. So entwickeln Welpen, deren Mutter immer nur mit dem gleichen Futter gefüttert wurde später eine Vorliebe gegenüber eben diesem Futter. Evolutionär hat dies den Vorteil gehabt, dass die Tiere sicher davon ausgehen konnten, dass diese Nahrung gut für sie ist. Hat die Mutterhündin noch weitere Futterkomponenten bekommen, so werden auch diese von den Welpen später gerne angenommen. Dieser ganze Prozess nenn sich Nahrungsprägung.

Hunde durchlaufen in ihrer Entwicklung zum erwachsenen Hund insgesamt 2 Prägungsphasen. In der 2. Prägungsphase werden bereits gesammelte Erfahrungen nochmal fixiert und müssen daher erneut die Erfahrung machen, um sie endgültig abzuspeichern. Daher kann es im Alter von 6 bis 8 Wochen (Zeitraum ist rasseabhängig) vorkommen, dass dein Hund plötzlich sein Futter verweigert und hinterfragt, ob es wirklich gut für ihn ist. In dieser Zeit ist es wichtig, dass du deinen Hund nicht auf neues Futter umstellst oder damit beginnst extra Käse oder Leberwurst Topping auf sein Futter zu machen. Biete das Futter stattdessen immer mal wieder an und warte ab, bis dein Hund es wieder frisst. Bist du dir hierbei unsicher, kannst du deinen Tierarzt oder Hundetrainer zu Rate ziehen oder du meldest dich gleich bei uns im Trainer-Chat.

Störung bei der Fütterung

Für Hunde ist es wichtig, dass sie ungestört ihre Nahrung aufnehmen können. Leider hält sich noch immer der Mythos, dass Hunde es dulden müssen, wenn ihnen einfach der Napf weggenommen wird. Dies wird meist sogar noch in Hundeschulen gelehrt und dann Zuhause unachtsam umgesetzt. Futter einfach wegzunehmen, kann dazu führen, dass dein Hund langfristig eine Fressstörung bekommt, z.B. Appetitlosigkeit oder vermehrtes Schlingen (Gefahr von Magendrehung) und/oder eine Futteraggression. Die tägliche Mahlzeit sollte dein Hund unbedingt ungestört einnehmen können. Futter abzunehmen im Notfall, kann durch ein Tausch-Ritual selbstverständlich trainiert werden. Das Tausch-Ritual lernst du Schritt-für-Schritt in unserer App.

Hormonelle Ursachen

Besonders Rüden können durch die läufige Nachbarshündin plötzlich ihr Futter verweigern. In diesem Fall gilt es erstmal abzuwarten. Meist legt sich die Appetitlosigkeit wieder, wenn die heiße Phase vorbei ist. Unterstützen kannst du deinen Hund, indem du ihm stresslindernde Beschäftigungen anbietest. Dabei kannst du z.B. einen KONG mit etwas besonderen Futter befüllen, deinen Hund Suchaufgaben geben oder einen Kauartikel anbieten. Kauchen und Schlecken sorgt nachweislich für einen besseren Abbau von Stresshormonen. Solltest du dir unsicher sein, ist es ratsam, dich von deinem Tierarzt beraten zu lassen.

Tipps bei Futterverweigerung

  • Finde die Ursache für die Futterverweigerung (ggf. Tierarzt oder Hundetrainer fragen)
  • Lass deinen Hund ungestört fressen und sorge für einen ruhige und entspannte Atmosphäre bei der Fütterung
  • Achte auf einen für deinen Hund geeigneten Futternapf
  • Frage deinen Züchter, oder die Pflegestelle nach dem bevorzugten Futter deines Hundes
  • Tausche nicht sofort das Futter aus, sondern biete es mehrmals täglich neu an
  • Stell das Futter nach ca. 15 Minuten weg, wenn dein Hund es nicht annimmt und probiere es nach 1 Stunde erneut
  • Achte auf hochwertiges Hundefutter
  • Gib deinem Hund keine Leckerlis oder etwas vom Tisch, wenn er sein Futter noch nicht gefressen hat
  • Finde heraus, ob dein Hund andere Futterquellen bezieht z.B. beim Nachbarn, Katzenfutter oder Tischreste
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Stress beim Hund

Stress gehört zu unserem Leben dazu. Volle Terminkalender, Abgabefristen, Straßenlärm und ein Tag der eben nur 24h hat, die viel zu schnell verfliegen, sind Stressoren, die dafür sorgen, dass wir gestresst sind. Auch deinem Hund werden in seinem Leben viele verschiedene Stressoren begegnen, mit denen er lernen muss umzugehen. Denn auch wenn Stress ein sehr negativ belegter Begriff ist, gehört er dennoch zum Leben dazu und ist auch nicht immer negativ zu bewerten. Wir möchten dir heute mehr über Stress beim Hund verraten und dir Techniken zeigen, wie du deinen Hund in stressigen Situationen unterstützen kannst.

Was ist eigentlich Stress?

Stress gehört zum Leben dazu und jedes Tier erfährt regelmäßig Stress – daran werden wir nichts ändern. Stress ist einfach gesagt, eine körperliche Antwort auf einen entsprechenden Reiz (Stressor). Dabei sind die Reize, die den Stress verursachen sehr vielfältig und können je nach Persönlichkeit und Erfahrung eines Hundes auch sehr unterschiedlich sein. Einige bekannte Beispiele von Stressoren sind beispielsweise: unbekannte laute Geräusche, andere Artgenossen oder fremde Menschen, aber auch zu viel Druck im Training oder ein Besuch beim Tierarzt.

Entscheidend, ob eine Situation für deinen Hund stressig ist, ist aber auch der situative Kontext. Wenn du mit deinem ausgeschlafenen und entspannten Hund deinen Spaziergang startest, wird er vermutlich (sofern keine schlechten Erfahrungen) wenig gestresst durch eine Hundebegegnung gehen. Die gleiche Situation kann deinen Hund jedoch völlig überfordern, wenn er beispielsweise krank ist oder eine anstrengende Behandlung beim Tierarzt hatte. Auch die Art und Weise, wie dein Hund auf Stress reagiert, kann stark variieren.

Faktoren, die das Stressempfinden deines Hundes beeinflussen können:

Entscheidend für die Verarbeitung von Stress sind demnach folgende Faktoren:

  • situativer Kontext (Was ist vorher schon passiert?/ Wie geht es meinem Hund?)
  • Erfahrung, Lernen (Welche Gefühle verbindet mein Hund mit der Situation? Hat er bereits ein bestimmtes Verhalten gelernt, um mit dem Reiz umzugehen?)
  • Physiologischer Status (Ist mein Hund gesund? Hat er schmerzen? Stört ihn körperlich etwas?)
  • Genetische Grundlagen (Zu welcher Rasse gehört mein Hund? Welches Zuchtziel wurde verfolgt?)
  • Andere Ursachen, die Einfluss nehmen könnten (Wie kann ich das Verhalten meines Hundes beeinflussen? Bin ich entspannt oder gestresst?)

Sichtbare Anzeichen für akuten Stress beim Hund:

Jeder Hund reagiert anders auf Stress, diese Anzeichen sind Beispiele, die häufig bei Stress auftreten. Es kann jedoch sein, dass dein Hund ganz anders auf einen Stressor reagiert:

  • unruhiges Verhalten
  • verstärktes Hecheln
  • Zittern
  • niesen
  • winseln, bellen, jaulen, fiepen
  • erhöhter Kreislauf (z.B. erhöhter Blutdruck, Erhöhung der Herzschlagrate)
  • erhöhte Körpertemperatur
  • sich kratzen
  • erweiterte Pupillen
  • Appetitlosigkeit
  • Schuppen (Spontanschuppung)
  • vermehrtes Gähnen
  • spontaner Haarausfall
  • unruhiges Verhalten (Fluchtverhalten oder Übersprungshandlung)
  • erstarren (Muskelkontraktion, Stressgesicht)
  • aggressives Verhalten (Drohen, Schnappen)
  • schwitzende Pfoten
  • Durchfall

Wie kann ich meinem Hund bei Stress unterstützen?

Wie bereits erwähnt, können wir es nicht vermeiden, dass unser Hund Stress ausgesetzt wird. Es ist jedoch wichtig, dass du deinen Hund in einer akuten Stresssituation unterstützt den Stress zu bewältigen. Wird eine Situation nicht erfolgreich bewältigt, kann chronischer Stress entstehen. Diese Form von Stress wirkt sich anders als akuter Stress langfristig negativ auf das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden deines Hundes aus.

So kannst du deinen Hund bei akutem Stress unterstützen:

  • Kontrolliere deine eigene Stimmung und strahle Ruhe aus.
  • Unterstütze deinen Hund mit körperlicher Nähe, z.B. indem du dich schützend vor ihn stellst.
  • Zeigt dein Hund im Training Anzeichen von akutem Stress, unterbrichst du die Übung mit einem Spiel oder eine mindestens 20-minütigen Pause. Achte anschließend auf kleiner Trainingsschritte und genügend Pausen.
  • Biete deinem Hund eine geeignete Bewältigungsstrategie an

Beispiel: Dein Hund reagiert in Hundebegegnungen mit Bellen, um den anderen Hund auf Abstand zu halten. Deine humane Bewältigungsstrategie könnte sein, deinem Hund zu zeigen, dass er in Hundebegegnungen immer auf der abgewandten Seite zum anderen Hund laufen soll und dabei Blickkontakt mit dir hält.

Unsere Hundetrainer in der Pupy App helfen dir dabei, geeignete Bewältigungsstrategien zu finden und erklären dir, wie du sie in den Alltag mit deinem Hund etablieren kannst.

  • Brich Situationen, die deinen Hund sichtlich überfordern, rechtzeitig ab und trainiere diese Situationen zukünftig kleinschrittig z.B. bei Angst vor Behandlungen beim Tierarzt mit Medical Training.
  • Kauen, Schlecken und Kuscheln, kann deinem Hund nach und in einer stressigen Situation bei der Stressreduktion unterstützen.
  • Ungestörter Schlaf ist wichtig, um stressige Erlebnisse zu verarbeiten.
  • Nutze Hilfsmittel z.B. Sicherheitsgeschirr, Pheromone oder ätherische Öle (z.B. Lavendel).

Hast du das Gefühl, dass dein Hund gestresst ist und du möchtest ihn helfen seinen Stress abzubauen, dann hole dir gerne Unterstützung von unseren professionellen Hundetrainern in der Pupy App.

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Silvester Training mit Hund – die besten Tipps

Silvester bedeutet für viele Hunde Stress.

Lautes Knallen, Zischen und komische verbrannte Gerüche sind besonders für junge Hunde neu und nicht einschätzbar. Daher ist es so wichtig, dass du deinen Hund, frühst möglich auf diese Zeit im Jahr vorbereitest.

Wir zeigen dir die 3 besten Tipps, wie du ein entspanntes Silvester mit deinem Hund verbringen kannst:

1 Präventives Geräuschtraining

Damit dein Hund erst gar keine Angst vor Geräuschen entwickelt, solltest du ihn präventiv auf laute Situationen, wie Silvester, Baustellenlärm oder Handwerksarbeiten im Haus vorbereiten. Dabei ist es wichtig, dass dein Hund sich den Reizquellen selbständig nähern und sich auch wieder davon entfernen darf.

Mehrere Studien konnten bereits zeigen, dass Hunde, die bereits im Welpenalter lernten, mit verschiedenen Geräuschen umzugehen, nur sehr selten an einer Geräuschangst im Erwachsenenalter litten. Auch bei Hunden, die bereits erwachsen sind, kann dieses Training zu einer Linderung der Angst führen.

Um deinen Hund präventiv mit verschiedenen Geräuschen vertraut zu machen, kannst du:

  • Deinem Hund eine Playlist mit Silvesterfeuerwerk vorspielen (erst leise, dann nach und nach lauter), während er eine Beschäftigung bekommt, die er gerne ausführt, z.B. ein Futterpuzzle lösen oder Tricks machen.
  • Die Geräusche Playlist abspielen, wenn dein Hund mit einem anderem souveränen und nicht ängstlichen Hund zusammen spielt.
  • Eine Kiste mit klappernden und raschelnden Gegenständen füllen (die deinen Hund nicht verletzten können) und darin verschiedenen Leckerlis verstecken, die dein Hund suchen darf.

2 konditionierte Entspannung

Die konditionierte Entspannung ist ein wahrer Alltagshelfer, der dir nicht nur in Stresssituationen mit deinem Hund hilft, sondern auch im Alltag für Ruhe und Entspannung sorgen kann.

Bei der konditionierten Entspannung lernt dein Hund sich auf ein Wort und eine Berührung von dir zu entspannen. Dafür ist es wichtig, dass du zunächst in einer entspannten Atmosphäre trainierst, z.B. wenn dein Hund gerade ruht. Dein Hund profitiert zudem davon, dass du bei dieser Übung ebenfalls Ruhe ausstrahlst, denn die Stimmungsübertragung ist ein wichtiger Aspekt der Mensch-Hund-Bindung.

Trainiere so die konditionierte Entspannung:

  • Bringe deinen Hund ins „Sitz“ und setzte dich auf einen Stuhl hinter ihn.
  • Lege beide Hände an die Brust deines Hundes und streichle ihn von dort aus langsam zu den Pfoten herunter. Dabei wiederholst du das Wortsignal „Cool“.
  • Mache diese Übung über eine Woche 5 Minuten täglich. Eine detaillierte Videoanleitung findest du in unserer App.

3 Vorbereitung und Ablenkung

Nachdem dein Hund auf den Silvesterabend vorbereitet ist, gilt es dein Zuhause vorzubereiten, um für deinen Hund möglichst viel Schutz zu bieten:

  • Lasse deinen Hund an Silvester oder bei Gewitter nicht alleine.
  • Besprich dich mit deinem Tierarzt, falls dein Hund bereits Panik an Silvester bekommen hat.
  • Ziehe, falls möglich, die Vorhänge zu oder lasse die Rollläden herunter, um die visuellen und akustischen Reize abzumildern.
  • Schalte ein Radio oder deinen Fernseher an, um eine andere bekannte Geräuschquelle zu erzeugen.
  • Verneble Lavendelöl (falls ihr ätherische Öle bei der konditionierten Entspannung verwendet habt)
  • Sichere deinen Hund auf dem Spaziergang doppelt über Geschirr und Halsband oder besorge dir ein spezielles Panikgeschirr, wenn dein Hund sensibel auf Geräusche reagiert.
  • Gehe in Gegenden spazieren, wo wenig geknallt wird und vermeide es kurz vor Mitternacht, mit deinem Hund an Silvester herauszugehen.

Du willst deinen Hund optimal auf Silvester vorbereiten? Dann Lade starte jetzt mit dem Silvestertraining und lasse dich mit unserer App Schritt für Schritt zum Ziel begleiten.

Wir wünschen dir ein entspanntes Silvester mit deinem Hund 🐶

Dein Pupy Team

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Mein Hund bellt im Auto – was kann ich tun?

Kann dein Hund bei der Autofahrt so richtig entspannen? Nein? Dann geht es dir, wie vielen Hundehaltern. Denn obwohl der geliebte Familienhund am liebsten überall mit hingenommen werden soll, wird oft vergessen, dass Autofahren genauso geübt werden muss, wie Sitz und Platz!

Warum bellt mein Hund im Auto? – Ursachen:

Um ein Problem an der Wurzel zu packen, müssen wir zunächst die Ursache herausfinden. Die Ursachen, warum dein Hund im Auto unruhig ist oder sogar winselt und bellt sind sehr vielfältig. Ist dein Hund noch nie Auto gefahren und hat bei seiner ersten Fahrt eher Erfahrungen mit Übelkeit, Aufregung und gestressten Menschen gemacht, verbindet er zunächst nichts Positives mit der Fahrt. Ähnlich wie Hunde, die mit dem Auto lediglich zu den Untersuchungen beim Tierarzt oder Hundefriseur gefahren werden.

Weitere Ursachen, können sein:

  • Stress, Angst oder Furcht
  • Übelkeit
  • Frust
  • Schmerzen
  • Unterforderung oder Überforderung
  • Mobbing im ökologischem Sinn

Warum kann auch Mobbing eine Ursache sein?

Der ökologische Begriff von Mobbing bei Haushunden, beschreibt das Anzeigen von einer auftauchenden, potenziellen Gefahr, durch schrille, lautstarke und oftmals auch mit heftigen Bewegungen verbundene Warnlaute – oder einfach gesagt, durch heftiges Bellen. Diese Warnlaute schienen eines der ersten Dienste gewesen zu sein, die der Hund für den Menschen übernahm. Mit zunehmender Enge z.B. in einem geschlossenen Raum oder eben einem Auto kann Mobbing-Verhalten vermehrt gezeigt werden.

Autofahren mit Hund muss gelernt werden

Was kann ich nun tun, damit mein Hund sich während der Autofahrt entspannt? Falls dein Hund noch keine negativen Erfahrungen mit dem Autofahren gesammelt hat, empfehlen wir dir, ihn ganz langsam an das Autofahren zu gewöhnen:

DAS AUTOFAHR-TRAINING FÜR ANFÄNGER UND WELPEN

Dein Hund hat noch keine negativen Erfahrungen mit dem Autofahren gesammelt.

  • Gehe mit deinem Hund zunächst spazieren und achte darauf, dass alle seine weiteren Bedürfnisse (Trinken, Fressen, Schlafen, Spielen, Zuneigung) so gut es geht erfüllt sind. Dann übt ihr zunächst, das entspannte Ein- und Aussteigen aus dem Auto. Eine genaue Anleitung dazu findest du in unserer App.
  • Nachdem dein Hund einige Male entspannt ein- und ausgestiegen ist machst du Zuhause eine kleine Pause, wo dein Hund die Möglichkeit hat sich zu entspannen (15-20 Minuten).
  • Anschließend geht es erneut zum Auto, wo dein Hund das erste Mal im Auto gesichert wird. Dazu legst du deinem Hund schon bevor er in das Auto steigt, sein Sicherheitsgeschirr an. Falls du eine Hundebox benutzt, lässt du deinen Hund einfach, wie davor trainiert einsteigen und belohnst ihn anschließen.
  • Dann sicherst du deinen Hund im Auto, gibst ihm etwas zur Entspannung und Beschäftigung. Hier kannst du intuitiv entscheiden, was deinem Hund guttut, solange es ungefährlich für deinen Hund ist. Einige Hunde schlecken gerne an einem gefüllten KONG, kauen auf einem Tau herum oder entspannen sich, wenn sie einen bestimmten Dufstoff (Adaptil) oder bestimmte Musik (Relaxopet, Entspannungsmusik) hören. Ein zuvor konditioniertes Entspannungssignal, kann sich ebenfalls positiv auswirken.
  • Nachdem dein Hund seine Beschäftigung bekommen hat, startest du den Motor. Reagiert dein Hund entspannt auf das Geräusch, kannst du eine erste ruhige Strecke mit deinem Hund fahren. Wichtig ist, dass du darauf achtest, die Fahrten entspannt zu beenden und dich nicht auf ein bestimmtes Kilometerziel fokussierst. Die erste Fahrt können auch nur wenige Meter sein! Nach und nach kannst du die Strecken dann behutsam steigern.
  • Wie schnell du die Strecken verlängern kannst und wie lange es braucht, bis dein Hund sich im Auto entspannt ist sehr individuell.

DAS AUTOFAHR-TRAINING FÜR UNRUHIGE HUNDE

Dein Hund kennt bereits das Fahren mit dem Auto, zeigt aber Anzeichen von Stress.

  • Gehe mit deinem Hund zunächst spazieren und achte darauf, dass alle seine weiteren Bedürfnisse (Trinken, Fressen, Schlafen, Spielen, Zuneigung) so gut es geht erfüllt sind. Dann übt ihr zunächst, das entspannte Ein- und Aussteigen aus dem Auto. Eine genaue Anleitung dazu findest du in unserer App.
  • Nachdem dein Hund das entspannte Ein- und Aussteigen gelernt hat, machst du eine Trainingspause von 20 Minuten und wiederholst anschließend die Übung ein weiteres Mal. Das war es dann erstmal für den ersten Trainingstag.
  • Am nächsten Tag beginnst du damit ein Ritual aufzubauen. Nutze dafür verschiedenen Hilfsmittel z.B. einen Duftstoff (Adapitl, Lavendelöl), welches du ca. 30 Minuten, bevor dein Hund in den Wagen einsteigt als Spray versprühst.
  • Dann holst du deinen Hund und sicherst ihn im Auto und gibst ihm eine Kaubeschäftigung z.B. einen gefüllten KONG.
  • Anschließend setzt du dich auf den Fahrersitz und wartest bis dein Hund beginnt sich mit dem Kauartikel zu beschäftigen. Dann beendest du das Training, wenn dein Hund sich einige Zeit entspannt verhalten hast. Funktioniert das beginnst du damit den Motor zu starten oder anschließend auch kleinere Strecken zu fahren. Achte auch hier immer darauf, dass die Fahr entspannt beendet wird.

Weitere Trainingstipps:

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Training für Welpen: Wo fange ich am besten an?

Sobald ein kleiner Hund zum neuen Familienmitglied wird, machen wir uns Gedanken über seine Erziehung. Natürlich wollen wir nur das Beste für den Kleinen! Aber wo anfangen?

Wo fange ich bei der Erziehung eines Welpen an?

Anders als vielleicht gedacht, startet die Erziehung deines Welpen, sobald er bei dir eingezogen ist. Denn Welpen brauchen eine klare Struktur, an die sie sich nach und nach gewöhnen müssen. Beginnen kannst du z.B. mit der Stubenreinheit. Dabei ist es wichtig, dass du dir, noch bevor du deinen Welpen beim Züchter abholst, Gedanken darüber machst, wo dein Welpe zukünftig sein Geschäft verrichten soll. Noch bevor dein Welpe sein neues Zuhause kennenlernt, wird dieser ab sofort gültige Pipi-Platz aufgesucht – damit das erste Missgeschick schon umgangen wird. Ab diesem Zeitpunkt gehst du am besten alle 1,5 bis 2 Stunden mit deinem Welpen zu diesem Pipi-Platz.

Auch spielerisch kannst du deinem Welpen bereits am ersten Tag einige Regeln beibringen. Die Beißhemmung lernen Welpen ganz leicht, indem du das Spiel mit deinem Hund immer dann abbrichst, wenn er seine Milchzähne zu stark einsetzt. Mehr zur Beißhemmung erfährst du hier.

Von besonderer Wichtigkeit ist das Erlernen von Ruhephasen. Denn Welpen brauchen bis zu 20h Schlaf am Tag! Daher richte deinem Welpen bereits vor seiner Ankunft einen Schlafplatz her, der sich an einem ruhigen und dennoch zentralen Ort befindet. Lege einen Kauartikel auf diesen Platz, um deinen Welpen ganz ungezwungen an diesen Ort zu locken.

Die Sozialisierung

Die Sozialisierung deines Welpen beginnt bereits beim Züchter mit dem Öffnen der Augen. Ab diesem Zeitpunkt werden deinem Hund immer wieder verschiedene Reize präsentiert, die ihn auf das Leben an deiner Seite vorbereiten. Kommt dein Welpe ab der ca. 10. Woche zu dir, liegt es in deiner Verantwortung, diesen wichtigen Entwicklungsabschnitt weiterzuführen. Präsentiere deinem Welpen verschiedenen Reize, die im Alltag wichtig sind. Vielleicht machst du mit ihm einen kleinen Ausflug mit dem Auto, stellst ihm andere Hunde vor, gehst in der Nähe eines Spielplatzes spazieren, um ihm zu zeigen, dass es auch kleine, laute und schreiende Menschen gibt oder lässt ihn mit etwas Entfernung eine Baustelle beobachten.

Für die Sozialisierung deines Hundes hast du ca. bis zur 12.-14. Lebenswoche Zeit. In dieser Zeit ist es wichtig, deinem Hund möglichst abwechslungsreiche Reize zu präsentieren, ihn aber nicht zu überfordern! Denke immer an genügend Pausen und Ruhephasen (20h Schlaf/Ruhe!).

Die richtige Kommunikation

Auch die zwischenartliche Kommunikation will auf beiden Seiten gelernt werden. Beschäftige dich mit dem Ausdrucksverhalten deines Hundes und versuche, sie zu verstehen. Im Gegenzug dazu kannst du deinen Hund dabei unterstützen, aktiv mit dir in Interaktion zu gehen. Beim Manding lernt dein Hund durch eine bestimmte Verhaltensweise z.B. ein Sitz, sich mitzuteilen und aktiv um Aufmerksamkeit zu bitten. Die soziale Kommunikation zwischen dir und deinem Hund ist maßgeblich für eure spätere Mensch-Hund-Bindung verantwortlich. Daher raten wir dir, besonders viel Zeit in diesen Bereich zu investieren. In unserer App erfährst du, wie du die Kommunikation mit deinem Hund verbesserst und wirst Schritt für Schritt dabei an die Hand genommen.

Basic Training

Natürlich kannst du mit deinem Hund auch schon einige grundlegende Kommandos trainieren. Zu den wichtigsten Grundkommandos gehören:

  • Sitz
  • Platz
  • Box oder Körbchen
  • Rückruf
  • Leinenführigkeit
  • Nein (Abbruchkommando)

Diese Kommandos können und sollten zu Beginn spielerisch in den Alltag integriert werden. So kann dein Hund Sitz und Platz üben, kurz bevor es Futter gibt. Das Abbruchkommando nutzt du spätestens, wenn etwas in der Küche herunterfällt (das darfst du gerne auch mal bewusst machen) und Rückruf und Leinenführigkeit können ganz leicht beim Spielen mit eingebracht werden. Für das Boxen- oder Körbchentraining raten wir dir, langsam zu starten und nicht mehr als 5 Minuten zu trainieren. Am besten wartet auch im Körbchen oder der Hundebox immer mal wieder ein kleiner Snack, so lernt dein Hund, dass dieser Ort auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Mehr Tipps und Tricks, wie du am besten mit dem Hundetraining startest, erfährst du in unserer App!

Wir wünschen dir viel Freude mit deinem Hund

Dein Pupy-Team

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Die Basics der Hundeerziehung

Was ist wichtig bei der Hundeerziehung?

Jeder neue Hundehalter möchte einen gut erzogenen Hund, mit dem man jede Menge Spaß hat, tolle Dinge erleben kann und einen treuen Begleiter an seiner Seite hat. Dafür geht kein Weg an einer guten Hundeerziehung vorbei. Die Frage, wie du deinen Hund erziehst, ist dabei von besonderer Bedeutung. Denn egal was du deinem Hund gerne beibringen möchtest, der Weg dorthin entscheidet, wie erfolgreich und nachhaltig deine Erziehung ist.

Wie erziehe ich meinen Hund?

Es ist sehr wichtig, dass du mit der Erziehung deines Hundes so früh wie möglich beginnst. Im besten Fall hat dein Züchter oder die Pfleger im Tierheim oder auf der Pflegestelle schon eine tolle Arbeit geleistet, auf die du die nächsten Wochen aufbauen kannst.

Es gibt 4 Dinge, die dein Hund in den ersten Wochen bei dir lernen sollte:

  1. Kommunikation
  2. Alltagstauglichkeit (Stubenreinheit, Rückruf, Leinenführigkeit, Körbchen – oder Boxtraining, Alleinbleiben)
  3. Sozialverhalten
  4. Problemlöseverhalten

Kommunikation

Hunde sind soziale Tiere und möchten sich gerne mitteilen. Damit du dies auf eine kontrollierte Art und Weise förderst, kannst du bestimmte Verhaltensweisen deines Hundes einfangen, indem du diese belohnst, wie z.B. einen Blickkontakt. Schaut dein Hund dich an, belohnst du dieses Verhalten am besten mit etwas, was deinen Hund motiviert, z.B. Futter, Spielzeug oder sozialer Interaktion. Wenn Hunde früh lernen, wie sie sich mitteilen können, kann sich das besonders positiv auf ihr Sozialverhalten und Kognition auswirken.

Natürlich musst auch du als Hundehalter lernen, mit deinem Hund zu kommunizieren. Da Hunde zu einem großen Teil körperlich kommunizieren, ist es wichtig, diese Art von Kommunikation zu lernen und in der Erziehung deines Hundes anzuwenden. So können z.B. vorbeugende Gesten deinen Hund körpersprachlich eingrenzen oder ein Zurücklehnen kann deinen Hund einladen, zur dir zu kommen. Wie du deinem Hund liebevolle Grenzen setzten kannst erfährst du hier.

Alltagstauglichkeit

Bestimmte Grundkommandos sind wichtig, damit dein Hund den Alltag entspannt mit dir meistern kann. Dazu gehört als Erstes die Beißhemmung und auch die Stubenreinheit. Du solltest sofort, nachdem dein Welpe eingezogen ist, regelmäßig mit ihm rausgehen, ca. alle 1-2 Stunden, so vermeidest du Missgeschicke und dein Welpe lernt schnell seinen neuen Platz für das große und kleine Geschäft kennen. Falls doch mal ein Missgeschick passiert, machst du es kommentarlos weg und reinigst die Stelle mit Geruchsentferner.

Auch Rückruf und Leinenführigkeit können spielerisch geübt werden, indem sie immer wieder beim Spielen oder der kleinen Gassirunde geübt werden. Ebenso kannst du deinen Hund mit kleinen Überraschungen in Form von Futter an sein Körbchen oder die Hundebox gewöhnen und dort nach und nach Fortschritte erzielen.

Wichtig ist jedoch, dass du deinen Welpen zu keinem Zeitpunkt überforderst. Integriere die Sachen so in deinen Alltag, dass du selber keinen Stress hast und übe lieber nur 2-5 Minuten und baue es dafür öfter in deinen Tagesablauf ein.

Sozialisierung

Auch der Kontakt mit Artgenossen, verschiedenen Menschen, Kindern und unbelebten Dingen will gelernt sein und muss während der ersten 14 Wochen unbedingt stattfinden und bestenfalls zwischen dem 4-6 Monat nochmal wiederholt werden. Dabei geht es nicht darum, dass das dein Hund mit allen Hunden spielen muss, denn spielen funktioniert am besten mit gleichaltrigen, es sollte darauf geachtet werden, dass dein Hund viele verschiedene Erfahrungen sammeln und abspeichern kann.

Beispiele:

  • Ein Auto im stehenden und fahrenden Zustand.
  • Baustellenlärm.
  • Kinder in verschiedenem Alter.
  • Regenschirme (offen/geschlossen/bei Regen)
  • Herunterfallende Dinge im Haushalt.
  • Straßenbahnen, Busse, Bahnhof
  • Im Auto mitfahren
  • Hundebegegnungen mit großen und kleinen Hunden mit Schlappohren/Kurzhaar/Langhaar/ohne Rute/ mit Rute/ platter Nase /langer Nase etc.
  • Brücken
  • Mülltonnen, Müllabfuhrfahrzeuge
  • etc.

Problemlöseverhalten

Hunde erfahren in ihrem Leben immer wieder Stress, Angst und Furcht. Damit sie mit diesen Zuständen umgehen können, müssen sie lernen, sich davon schnell wieder zu erholen. Das gelingt am besten, wenn dein Züchter bereits damit begonnen hat, die kleinen Welpen immer wieder liebevoll mit kleinen Stressohren gereizt hat. Ist dein Hund nun bereits bei dir Zuhause, kannst du ihm z.B. kleine lösbare Aufgaben stellen, vor denen er sich zunächst etwas gruselt, sie aber mit deinem Zuspruch überwindet. Solche Übungen findest du in den verschiedensten Kategorien unserer App, schaue dazu gerne in der Kategorie „Welpenerziehung“ vorbei.

Wie lange kann man einen Hund erziehen?

Wie lange die Erziehung eines Hundes dauert, ist je nach Persönlichkeit des Hundes etwas unterschiedlich. Fest steht aber, dass du die Sozialisierung deines Hundes unbedingt bis zum Ende der sensiblen Phase (ca. 3.-14. Woche) abgeschlossen haben solltest. Eine Wiederholung zwischen dem 4.-6. Monat ist ebenfalls wichtig, da in dieser Zeit verschiedene Verknüpfungen im Gehirn gelöscht und andere weiter gefestigt werden.

Nach der Pubertät ist dein Hund trotzdem noch in der Lage, Neues zu lernen und er sollte auch weiterhin mental gefördert werden. Jedoch werden die Verhaltensweisen nicht so nachhaltig abgespeichert, wie während der Zeit der Erziehung deines Hundes in den ersten 12-14 Wochen.

Möchtest du jetzt den Grundstein für die Erziehung deines Hundes legen? Dann lade dir jetzt unsere App herunter.

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Die Top 10 Mythen in der Hundeerziehung

Hundeforen, Facebook, Instagram, Bücher, Hundetrainer, Tierärzte, Fachzeitschriften, Klatschblätter, Fernsehsendungen etc. der Informationsmarkt in Sachen Hund ist riesig.

Ob das nun gut oder schlecht ist, lassen wir mal dahingestellt. Uns ist wichtig, dass du alles was du liest, hörst und siehst IMMER hinterfragst und NIE ohne darüber nachzudenken handelst. Ob Experte oder Laie, das Wissen über Hunde ist genauso wenig statisch, wie das Wissen über unsere eigene Art, deshalb bitten wir dich nachfolgende Mythen nicht in Stein gemeißelt zu sehen, sondern als Denkanstoß.

Die Top 10 der aktuellen Hundemythen:

Welpen haben Welpenschutz.

Fakt ist, es gibt eine Art Welpenschutz in der eigenen sozialen Gruppe. Das eigene Genmaterial wird geschützt, nicht jedoch fremdes Genmaterial. Fremde Welpen können bei Hunden sogar als Konkurrenz angesehen werden, was im schlimmsten Fall auch zum Angriff führen kann. Ist der Welpe also nicht mehr im Familienverbund (sprich: Mutter, ggf. Vater und Geschwister) gilt keine Form von Welpenschutz. Fremde Hündinnen können je nach Zyklusstadium anders auf Welpen reagieren, daher besteht hier nochmal gesonderte Vorsicht!

Hunde dürfen Zerrspiele niemals gewinnen.

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass gewonnene Zerrspiele, dem Hund ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber seines Besitzers vermitteln. Das stimmt nicht so ganz! Wenn du und dein Hund eine gute Beziehung oder sogar eine Bindung zueinander habt, dann versteht dein Hund, dass es ein Spiel ist und kein Wegnehmen einer Ressource. Ein ausgelassenes Spiel besteht immer aus einem Wechsel zwischen gewinnen und verlieren. Warum sollte dein Hund immer der Verlierer sein? Durch einen Gewinn wird bei deinem Hund sein Selbstwertgefühl bestätigt und verbindet gleichzeitig eine positive Emotion mit dir und diesem Spiel. Lasse ihn also ruhig auch mal triumphieren!

Dein Hund muss immer hinter dir laufen und darf neue Räume/Gegenden immer erst nach dir betreten.

Wissenschaftliche Feldforschungen an Wölfen (z. B. Bloch) zeigen, dass Laufpositionen und Statusrang nicht gleichzusetzen oder abhängig voneinander sind. Es kann ganz unterschiedliche Gründe haben, warum ein Tier voran läuft und ein anderes das Schlusslicht bildet. Beispiele dafür wären: Kraft, bessere Ausdauer, Mut oder Neugierde. Es bringt dir also keinen Vorteil in deiner Machtposition, wenn du deinen Hund immer hinter dir laufen lässt. Rituale, dass dein Hund erst nach dir die Haustür verlässt sind aus Sicht der Sicherheit für deinen Hund jedoch durchaus sinnvoll. Wichtig ist, deine Vorläuferposition hat rein gar nichts, mit deiner Stellung gegenüber deinem Hund zu tun.

Belohnen mit Leckerlis sollte man vermeiden.

Ein Streitthema bei vielen Hundetrainern. Dazu möchten wir dir einen Denkanstoß geben: Wann lohnt es sich für deinen Hund, eine Änderung in seinem Verhalten auszuführen? Diese Frage ist individuell für jeden Hund, aber auch für jede Situation in der du mit deinem Hund bist. In dem Wort „Belohnung“ steckt das Wort „Lohn“. Eine Verhaltensänderung wird immer nur ausgeführt, wenn die Änderung für den Hund eine Verbesserung daraus entsteht. Mag dein Hund also keine Leckerlis, dann lohnt es sich nicht, dafür sein Verhalten zu ändern. Mag er Leckerlis, ist es sicherlich ein guter Anreiz seine Situation zu verbessern. Genauso gut, kannst du deinen Hund aber auch mit Spiel oder Zuneigung belohnen. Gerade, weil Futter endlich ist und dein Hund irgendwann satt. Tipp von unserem Trainer-Team: Finde zwei Belohnungen, die für deinen Hund belohnend sind und kombiniere sie. Du kennst deinen Hund am besten!

Alte Hunde können nichts mehr lernen.

Getreu nach dem Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“. Wäre ja eine schöne Ausrede, für alle die einen Hund erst im höheren Alter bei sich aufnehmen, stimmt aber nicht. Schon mal was von „erneuerbaren Zellen“ gehört? Gerade Zellen im Hippocampus (Lernzentrum) sind unglaublich plastisch, d.h sie erneuern und verändern sich, demnach kann auch ein alter Hund neues Lernen und ist immer noch in der Lage trainiert zu werden. Was nicht bedeuten soll, dass es ein leichter Weg ist, gerade bei unerwünschte Verhaltensweisen, mit dem der Hund schon etliche Male Erfolg hatte, können sehr hartnäckig sein und man sollte einen Trainer zu Rate ziehen. Melde dich mit solchen Anliegen gerne in unserem Trainer-Chat.

Die klären das unter sich.

Wir hoffen an dieser Stelle, dass es mittlerweile kein Mythos mehr ist, sondern dass dieser Satz bei mittlerweile allen Hundehaltern die Alarmglocken klingeln lässt.

Für alle die noch an diesem Satz festhängen: Was sollen sie denn regeln?

Wir hoffen allen ist klar, dass man bei einer Auseinandersetzung zwischen Hunden eingreifen kann, darf und auch sollte, sofern die Situation aus dem Ruder läuft. Mal abgesehen davon, dass ein kleiner 4Kg Hund wohl kaum gegen einen 40 kg Hund etwas entgegenzusetzen hat. Als zuverlässiger Bindungspartner ist es deine Pflicht deinen Hund in unsicheren Situationen als sicherer Hafen zur Seite zu stehen. Du trägst die Verantwortung für deinen Hund!

Hunde müssen immer freundlich zueinander sein, ansonsten haben sie ein Verhaltensproblem.

Ok. Frage: Magst du jeden Menschen? Hast du dich schon mal mit wem gestritten? Warum sollen unsere Hunde jeden anderen Hund mögen? Es gibt auch bei unseren Fellnasen Sympathien und eben auch nicht. Wichtig ist, zu wissen, dass es auch Situationsabhängig ist. Alter, Gesundheit, Geschlecht, Hormonstatus, alles Dinge die Freunde zu Feinden werden lassen können. Beobachte deinen Hund und du wirst schnell merken, mit wem er kann und mit wem eben auch nicht. Ein paar Freunde zu haben ist schön, aber mit jedem auf der Hundewiese befreundet zu sein, kann auch ganz schön stressig werden.

Hunde dürfen nicht mit in Bett, da du ihn sonst zum Chef machst!

Ein Rangordnungsproblem kann vielen Gründen zugrunde liegen, jedoch entsteht es nicht daraus, dass du deinen Hund bei dir schlafen lässt. Hunde entscheiden sich in der Regel dafür aufs Bett oder Sofa zu springen, da sie es genauso bequem finden, wie du auch. In der Regel fördert ein Kontaktliegen mit deinem Hund sogar eure Bindung! Es ist also kein Drama, solange du möchtest, dass dein Hund dir im Bett oder auf dem Sofa Gesellschaft leistet. Eine neue Studie hat sogar herausgefunden, dass Frauen besser schlafen, wenn ein Hund im Bett schläft. Möchtest du dennoch, dass dein Hund woanders schläft, hilft es ihm diesen Platz besonders komfortabel zu mache, z.B. indem du Futter oder Kauartikel dort in unregelmäßigen Abständen versteckst.

Ein Brustgeschirr ist besser als ein Halsband.

Ein Thema über das sich sicherlich viele Tierärzte und Hundetrainer streiten. Dazu möchten wir hier auch gar nicht viel ansprechen, denn auch wir sind keine Tierärzte! Fakt ist, das Brustgeschirr wurde ganz ursprünglich dafür verwendet, dass Hunde damit ziehen z. B. einen Schlitten. Fakt ist auch, dass ein Geschirr das Zuggewicht über den Körper gleichmäßig verteilt und ein Halsband eben nicht. Somit übt das Halsband bei hohem Zug kraft auf die Halswirbelsäule aus. Zieht dein Hund stark, liegt es also ganz bei dir, ob du es ihm schlicht weg abtrainierst, dann wird auch ein Halsband deinem Hund keinen Schaden zuführen oder ob du dich entscheidest ein Geschirr anzulegen. Was nicht bedeutet, dass man Ziehen nicht auch mit Geschirr abtrainieren kann. Es ist dein Hund, du entscheidest. Besser und Schlechter möchten wir hier nicht werten, unsere Trainer benutzen beides!

Hunde die knurren sind aggressiv.

Manchmal müssen wir Menschen uns einfach von unserem Bedürfnis nach Harmonie trennen und uns eingestehen, dass auch unsere Hunde, Missfallen einen Ausdruck verleihen dürfen. Wie sollen sie uns sonst zeigen, dass ihnen etwas nicht gefällt? Sprechen können sie nicht! Das Knurren und Zähne fletschen ist eine Warnung, dass ein anderer Hund oder auch wir etwas tun, was Missfallen bei unserem Hund auslöst. Das können sein: Schmerzen, Distanzunterschreitung etc. Wichtig hierbei ist, es darf nicht in mehr umschlagen! Den Hund lesen zu lernen ist dabei sehr wichtig. Bist du dir unsicher, solltest du also einen Trainer zu Rate ziehen! Schicke uns gerne in unserem Trainer-Chat Videos von einer Situation, bei der du eine Einschätzung haben möchtest.

Das waren nun unsere Top 10 Mythen rund um den Hund. Wir hoffen du konntest dir so einen guten Überblick verschaffen, falls du mehr Informationen zu einzelnen Themen möchtest, schaue doch mal in der Pupy App vorbei. Dort bekommst du regelmäßig Tipps für dich und deinen Hund und kannst dich bei Fragen an unsere professionellen Hundetrainer wenden.

Wir wünschen dir viel Spaß mit deinem Hund

Dein Pupy Team

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Tipps & Tricks

Tierschutzhunde – Erfahrungsbericht von Frederike

Von 900 Millionen Hunden weltweit, leben 700 Millionen von ihnen auf der Straße.

Dies ist eine enorm hohe Zahl. Aufgrund dessen freue ich mich sowie zahlreiche Tierschützer, über jeden einzelnen Hund aus dem Tierschutz, der ein tolles Zuhause in einer Familie findet.

Seit ein paar Wochen habe ich einen zweiten Hund aus dem Tierschutz. Somit lebe ich mit meiner siebenjährigen ehemaligen Straßenhündin Nala aus Rumänien und einem fünfmonatigen Junghund namens Swift aus Spanien zusammen. Beide haben ihre ersten Lebenswochen und -monate in einem Tierheim verbracht, bis sie zu mir einzogen.

Was es bedeutet einen Tierschutzhund aufzunehmen

Einen Hund aus dem Tierschutz zu adoptieren ist eine tolle Sache – sie ist aber auch nicht so einfach. Zuerst einmal muss eine geeignete Tierschutzorganisation gefunden werden – leider gibt es auch hier einige schwarze Schafe. Beide meiner Hunde haben besondere Adoptionsgeschichten und in den meisten Fällen läuft es nicht so, dass man sich irgendeinen Hund aussucht und dieser dann gleich bei einem einzieht. Bei Nala habe ich lange im Internet nach einem passenden Hund gesucht. Sie ist mein erster Hund und ich hatte keine besonderen Vorstellungen davon, was ich von einem Hund erwarte. Es sollte nur die Chemie stimmen. Irgendetwas kam bei allen Hunden dazwischen. Entweder der Hund war schon weg oder irgendwie passte dann doch nicht das Bauchgefühl.

Im Internet gibt es diverse Seiten wie tiervermittlungen.de und edogs.de, auf denen ich ebenfalls geschaut habe, die die zahlreichen Hunde aus Tierheimen in ganz Europa bündeln und auf denen ebenfalls ein Filter gesetzt werden kann. Ich zum Beispiel habe vor ein paar Monaten nach einem männlichen Hütehund-Junghund gesucht, am liebsten ein Border Collie (Mischling). Irgendwann sah ich Swift und es hat sofort geklickt. Er war allerdings schon reserviert. Durch Zufall hat sich ergeben, dass ausgerechnet bei ihm die Interessenten abgesprungen sind und ich ihn doch adoptieren könnte. Bei meiner Hündin Nala hatte ich damals für einen anderen Hund Interesse bekundet, aber die Vermittlerin schlug mir dann Nala vor – eine Hündin die dann mein komplettes Leben veränderte. Die Vorschläge von den Vermittelnden können also sehr hilfreich sein und sollten zumindest bedacht werden.

Kontrolliere auf jeden Fall, ob die Tierschutzorganisation seriös ist bevor du einen Hund aufnimmst. Anzeichen dafür sind, dass sich die Vermittelnden für dich und deine Wohnsituation interessieren, dich ausführlich über den Hund informieren und den Hund im Notfall auch wieder zurücknehmen würden. Außerdem werden in einer seriösen Tierschutzorganisation keine Welpen, die jünger als 16 Wochen sind vermittelt und die ausreisenden Hunde sind geimpft, geschippt und entwurmt.

Ich hatte dann im Jahre 2014 auf den Rat der Vermittlerin gehört und mir die besagte Hündin angeschaut – Nala war schon in einem Tierheim in Deutschland, sodass ich sie vorher besuchen konnte. Dies ist super hilfreich und sollte auf jeden Fall, wenn es möglich ist beansprucht werden. Swift kam direkt aus Spanien. Ihn konnte ich nicht vorher kennenlernen und es war ein deutlich größeres Risiko. In solchen Fällen bemühen sich aber seriöse Tierschutzorganisationen viele Informationen über den Aufenthalt der Hunde zu geben und dich regelmäßig mit Fotos oder Videos zu versorgen.

Nachdem ich mich dann jeweils für den Hund entschieden hatte, wurde bei mir zu Hause eine Vorkontrolle durchgeführt. Dabei wird kontrolliert, ob die Angaben über das Lebensumfeld wirklich stimmen und diese zu dem Hund passen. Im Normalfall entwickelt sich ein nettes Gespräch und ich habe bei Swift auch nochmal ein paar gute Tipps mit auf den Weg bekommen.

Nach der Vorkontrolle wird dann ein Schutzvertrag unterschrieben, welcher von einer seriösen Tierschutzorganisation immer aufgesetzt wird. Und dann beginnt das Abenteuer (neuer) Hund.

Der Weg ins neue Zuhause

Nala habe ich im Tierheim in Deutschland abgeholt. Swift wurde mit einem Transporter nach Deutschland gebracht und ich habe ihn an einer Sammelstelle abgeholt. Dabei ist es super wichtig den Hund gut zu sichern und ihm den Start in sein neues Leben so angenehm wie möglich zu machen. Nachdem Swift viele Stunden im Transporter gesessen hatte, musste er jetzt nochmal 500 Kilometer mit uns ins Ruhrgebiet fahren – eine enorme Beanspruchung für den Hund. Bei der Abholung solltest du deshalb immer eine Begleitung dabei haben – mich hat mein Freund begleitet und uns gefahren, sodass ich mich ganz auf Swift konzentrieren konnte. Jede Stunde haben wir eine kurze Pause gemacht, dafür sind wir von der Autobahn abgefahren und haben uns eine ruhige Wiese gesucht, um die Fremden Reize (z.B. Autobahnlärm) besonders gering zu halten.

Eingewöhnung braucht seine Zeit

Zuhause angekommen erleben die meisten Tierschutzhunde erstmal einen Kulturschock. Nala hatte noch nie zuvor ein Haus von innen gesehen und Swift hatte nur zwischendurch für eine kurze Zeit auf einer Pflegestelle gelebt und dann auch im Tierheim auf ein neues Leben gewartet. Je nachdem wie alt der Hund ist, müssen nun verschiedene Dinge beachtet werden. Nala war damals ungefähr ein halbes Jahr alt und Swift vier Monate. Umso jünger die Hunde sind, umso einfacher und schneller gewöhnen sie sich an ihr neues zu Hause. Achtung – auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel! Da jeder Hund ein Individuum ist, gibt es auch hier sehr große Unterschiede und es kommt sehr auf die Erfahrung des Hundehaltenden und auf die Umstände an.

Als Nala bei mir einzog, hat es viel länger gedauert, bis sie sich eingewöhnt hat. Sie hatte sehr viel Angst und ich war einfach sehr unbeholfen, geschuldet der Tatsache, dass Nala mein erster Hund und allgemein der erste Hund in unserer Familie war. Aber trotz des schweren Starts ist aus Nala trotzdem ein toller Hund geworden. Swifts Eingewöhnung läuft momentan deutlich einfacher. Zum einen, weil er allgemein ein recht aufgeweckter Welpe ist, sobald er seine anfängliche Unsicherheit überwunden hat. Dazu kommt aber, dass ich mittlerweile viel mehr Ahnung von Hunden habe und Nala ihm als souveräner Ersthund ebenfalls viel beibringen kann.

Was du beim Einzug eines Tierschutzhundes beachten solltest.

Allgemein sind aber bei dem Einzug eines Hundes aus dem Tierschutz einige Sachen immer zu beachten. Zuerst solltest du darauf achten, dass der Hund immer gut gesichert sind. Die meisten Hunde kennen keine Autos, keine Fahrräder und sonstige andere Sachen, die für uns alltäglich sind. Damit der neu eingezogene Hund nicht gleich auf der Fahndungsliste landet, sollte er immer entweder mit einem Sicherheitsgeschirr oder mit der Kombination Geschirr und Halsband gesichert werden. Damit der Hund nicht immer an der kurzen Führleine bleiben muss, eignet sich der Gebrauch einer Schleppleine. Zusätzlich solltest du deinem neuen Familienmitglied genügend Zeit zum Einleben zugestehen und nicht zu viel von ihm erwarten. Es ist eine Meisterleistung für jeden Hund aus dem Tierschutz sich in Deutschland einzugewöhnen und das braucht Zeit sowie viele positive Erfahrungen mit fremden Menschen, Hunden und der Umwelt. Ebenfalls solltest du dich intensiv mit der Theorie rund um den Hund und Hundetraining beschäftigen und dir bestenfalls professionelle Unterstützung in Form einer Hundeschule oder einem Hundetrainer organisieren. Auch in der Pupy-App stehen wir dir mit Tipps und Trainingshilfen zur Seite und begleiten dich und deinem Hund bei eurer gemeinsamen Reise zu einem tollen Mensch-Hund-Team.

Auch bei uns hat es mit Nala einige Monate gedauert, bis wir wirklich zueinander fanden. Geholfen hat uns dabei ein gemeinsames Hobby. Jeder Hund profitiert davon, wenn er eine Aufgabe bekommt und auch ich kann es nur empfehlen sich etwas mit dem Hund zu suchen, was beiden Spaß macht. Die nächsten Jahre wird es immer wieder zu kleinen und größeren Problemen kommen, vor diesen Herausforderungen steht man aber mit jedem Hund – egal wo seine Herkunft liegt. Wichtig ist es, sich nicht entmutigen zu lassen und immer weiter nach neuen Lösungen zu suchen. Durch die intensive Beschäftigung mit deinem Hund wirst du dann durch unzählige tolle Augenblicke belohnt.

Ich will mir ein Leben ohne meine zwei tollen Tierschutzhunde Nala und Swift nicht vorstellen.

Adoption eines Hundes aus dem Tierschutz:

Vorteile:

  • Ein Tier bekommt ein besseres zu Hause; aktiver Beitrag zum Tierschutz
  • Sehr viele Hunde im Tierschutz; jeder kann einen passenden Hund finden (selbst „Rassewelpen“)
  • Nicht jeder Hund im Tierschutz hat eine schwierige Vergangenheit oder bringt Probleme mit sich (Informiere dich vorher ausreichend!)

Nachteile:

  • Oft ungewisse Vergangenheit; wenige Informationen allgemein über den Hund
  • Keine Garantie, dass der Hund gesund ist (besondere Vorsicht vor Mittelmeerkrankheiten beim Auslandstierschutz)
  • Mögliche Schwierigkeiten den passenden Hund zu finden, da du den Hund nicht immer vorher persönlich kennenlernen kannst.